Vom Umgang mit Abfall in der Öffentlichkeit

Eine Gratiszeitung liegt im Mittelgang des Zuges. Niemand hebt sie auf und wirft sie in den Abfallkübel. Die Leute sind gehemmt, wollen sich im wörtlichen Sinne nicht erniedrigen. Warum? Im «Treffpunkt» erzählen Abfallsammler, was sie auf ihren Touren erleben.

Freiwillige werfen am Seeufer Abfall in einen Müllsack.
Bildlegende: Freiwillige bei der Genfersee-Putzete in Lausanne (Mai 2014). Keystone

Es gibt Menschen, die sich das Abfallsammeln in der Öffentlichkeit zu einer regelmässigen Aufgabe gemacht haben. Im «Treffpunkt» erzählen sie, warum sie dies tun und welche spontanen Begegnungen und Erlebnisse sie damit haben.

«Güselwehr»

Die «Güselwehr» in Aarau putzt jeden Samstagmorgen früh den Abfall in der Aarauer Altstadt weg. Seit Kurzem ist die Güselwehr ein Verein und dehnt ihr Abfallsammeln auf die Quartiere der Stadt aus, unter anderem ins Quartier mit dem Fussballstadion.

Christine Gross aus dem Kanton Bern packt auf ihren Spaziergängen Abfall in einen mitgebrachten Plastiksack und hat unterdessen eine regelrechte Bewegung in Gang gebracht. «Abfall sammeln führt immer wieder zu spontanen Begegnungen», sagt sie.

Landauf und landab werden in Gemeinden regelmässig «Bachputzete» organisiert. Das schärfe das Bewusstsein, lehre Kinder und stärke den Zusammenhalt des Dorfes, sagt beispielsweise Sheila Pinto vom Dorfverein Märwil (TG).

Moderation: Thomy Scherrer, Redaktion: Jürg Oehninger