Luzern mit Moral, YB mit Ladehemmungen

Eine animierte Partie in der Innerschweiz wird in den letzten 5 Minuten nochmals auf den Kopf gestellt. Am Ende trennen sich der FC Luzern und die Young Boys 2:2 unentschieden.

Die letzten 5 verrückten Minuten in Luzern waren gespickt mit viel Brisanz und sorgten für einen würdigen, spektakulären Schlusspunkt.

  • 86. Minute: Der YB-Japaner Yuya Kubo nickt zur 2:1-Führung ein – mit dem Schönheitsfehler, dass der Aktion ein Abseits vorausgegangen ist. Doch die Berner, die bis zu diesem Zeitpunkt im Abschluss unter Ladehemmungen litten, stören sich nicht daran. Sie wähnen sich nach einem lange Zeit zähen Duell auf Siegeskurs.
  • 92. Minute: Sie haben die Rechnung allerdings ohne den aufopferungsvoll kämpfenden Gegner gemacht. Denn Topskorer Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Akteur, setzt noch einen drauf und beschert ebenfalls herrlich per Kopf seinen Farben mit dem 2:2 einen Last-Minute-Punkt.

Vor der Pause noch im Pech: YB trifft 2 Mal Aluminium

0:34 min, vom 6.11.2016

Verpasstes nachgeholt

Die Young Boys hatten sich nicht nur für den 2. Treffer reichlich Zeit gelassen. Es war schon ein Krampf, ehe der Bann brach. So hatten sie in der 1. Halbzeit fast schon grobfahrlässig gesündigt im Abschluss. Alleine Guillaume Hoarau liess 3 Möglichkeiten ungenutzt: 2 Mal mit dem Kopf (26./42.) und 1 Mal mit dem Fuss aus 5 Metern weit hinauf in die Fankurve (43.). Passend zu diesem Pech, beklagten die spielstarken Berner kurz vor dem Pausenpfiff einen weiteren Aluminiumtreffer.

Doch die Fortsetzung brachte sofortige Besserung. Als gerade einmal wieder 100 Sekunden gespielt waren, netzte Yoric Ravet zum längst fälligen 1:1 ein. Vorausgegangen war dem Ausgleich ein cleverer Hackentrick Sékou Sanogos.

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Massregelung für Puljic

Luzerns fitter Abwehrchef Tomislav Puljic verfolgte die Partie gegen YB auf der Tribüne. «Ich habe ihn aus disziplinarischen Gründen nicht nominiert», sagte FCL-Coach Markus Babbel. «Mehr möchte ich nach diesem fantastischen Spiel nicht dazu sagen.»

Haas: Vom Glückskind zum Unglücksraben

Den Flachschuss von der Strafraumgrenze aus hatte ausgerechnet Nicolas Haas unglücklich abgelenkt. Denn das Juwel aus dem eigenen Nachwuchs war in der 32. Minute – entgegen des Spielverlaufs – für die Luzerner Führung besorgt gewesen. Sein 1. Saisontor widmete er den Eltern im Publikum, denen er zuwinkte. Nach dem Eigengoal war die Gemütslage eine andere.

YB hatte nach rund einer Stunde zahlreiche Anläufe, um nachlegen zu können. Doch erst Kubo war das 2:1 vergönnt. Für einmal sollte sich das Sprichwort «Lieber spät als nie» nicht bewahrheiten.

Die Stimmen zum Spiel

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 06.11.2016 15:45 Uhr