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22.11.20206771 Ansichten

Trinkerkinder – Der lange Schatten alkoholkranker Eltern

«Trinkerkinder» konfrontiert das Publikum mit dem Schicksal der schwächsten Betroffenen der Volkskrankheit Nummer 1: Kinder von alkoholkranken Eltern. Was bedeutet es für ein Kind, mit solchen Eltern aufzuwachsen? Und wie stehen die Chancen, dem Teufelskreis von Sucht und Abhängigkeit zu entkommen?

Kinder von alkoholkranken Elternteilen kämpfen seit frühster Kindheit für Normalität innerhalb ihrer Familie. Sie kümmern sich um die abhängige Mutter oder den abhängigen Vater und versuchen, sie vom Trinken abzuhalten. Immer sitzt ihnen die Angst im Nacken, jemand könnte es merken und sie ins Heim stecken. Sie haben Schuldgefühle oder sie werden aggressiv, machen Probleme in der Schule oder werden selbst suchtkrank – auch das ist ein einziger und oft missverstandener Hilfeschrei in einem gesellschaftlichen Umfeld, geprägt von Hilflosigkeit, Wegschauen und Schweigen. Ausgehend von der persönlichen Geschichte der Autorin Ursula Brunner geht der Film der Frage nach, was für Auswirkungen eine Kindheit im Schatten des Alkohols auf das Leben der Betroffenen und die nachfolgende Generation hat. Die Zuschauenden lernen die zwölfjährige Nina in der Praxis des Therapeuten Georg Kling kennen, die nach dem Tod ihres alkoholkranken Vaters versucht, wieder Boden unter den Füssen zu kriegen. Der Film zeigt den Leidensweg der 58-jährigen Monika, die sich heute von den Folgen einer Kindheit voller Gewalt und Entbehrungen befreit hat. Und er begleitet die 17-jährige Magda-Lena, die nach einem Irrweg von Heim zu Heim fern von ihrer alkoholkranken Mutter ihre Chance am Schopf packen muss. Der Film von Ursula Brunner thematisiert die Kollateralschäden des legalen Genussmittelkonsums und konfrontiert das Publikum mit einer aktuellen helvetischen Problematik, deren Opfer immer noch stigmatisiert werden. Gleichzeitig zeigt der Film aus der Sicht der Betroffenen Wege aus der Familienkrankheit Alkoholismus auf. Wie stehen die Chancen für ein Individuum, der Spirale der Sucht zu entkommen, wenn es bereits in der Kindheit folgenschweren Traumata physischer und psychischer Natur ausgesetzt wurde?

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