30.10.20187417 Ansichten

Fall Khashoggi – Vom Umgang mit Unrechtsstaaten

Agenten sollen den saudischen Journalisten und Regimekritiker Jamal Khashoggi in Istanbul ermordet haben. Womöglich auf Befehl des Königshauses. Die Empörung ist gross. Warum musste Khashoggi wirklich sterben? Und wie verändern sich die Beziehungen zwischen der Welt, der Schweiz und Saudi-Arabien?

Am 2. Oktober starb Jamal Khashoggi im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul. Nach und nach musste Saudi-Arabien eingestehen, dass der Journalist ermordet worden war. Die Verantwortung weist das Königshaus jedoch von sich. Kronprinz und Hoffnungsträger Mohammed bin Salman beschuldigt andere. Jamal Khashoggi lebte in den USA und verfasste Kolumnen für die «Washington Post». Sah ihn das saudische Königshaus als Gefahr? Musste er deshalb sterben? Sein Tod rückt auch das geopolitische Schachspiel zwischen den USA, Russland, Iran, der Türkei und Saudi-Arabien weiter in den Fokus. Der vom Westen bejubelte, jüngst eingeleitete Reformprozess am Golf scheint bereits einen Rückschlag zu erleben. Wie soll die Welt reagieren? Auf eine Tat durch einen Staat, der seit langem bekannt ist für Repressionen und massive Menschenrechtsverletzungen? Dessen Erdöl die globale Wirtschaft im Gang hält. Dessen Touristen Luxushotels füllen. Dessen Milliarden in westlichen Konzernen angelegt sind. Soll die Schweiz weiterhin Wirtschaftsbeziehungen mit einem Unrechtsstaat unterhalten? Oder soll sie sich stark machen für international koordinierte Sanktionen? Unter der Leitung von Barbara Lüthi diskutieren im «Club»: Elham Manea, Politikwissenschaftlerin Universität Zürich, mit jemenitischen Wurzeln Toby Matthiesen, Golfstaaten-Experte Universität Oxford Monika Bolliger, ehemalige Nahost-Korrespondentin «NZZ» Balthasar Glättli, Nationalrat Grüne, Mitglied Staats- und Sicherheitspolitische Kommission Jan Atteslander, Leiter Aussenwirtschaft economiesuisse Urs Hauser, Hotelier und Inhaber Hotel Belvedere Grindelwald

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