09.08.201921583 Ansichten

Die Entlarvung des Frauenmörders Mischa E.

In der Nacht auf den 1. August 2002 attackierte der bekannte Waffenläufer Mischa E. in Bern eine Studentin und verletzte sie lebensgefährlich. Eine Stunde später ermordete er eine 20-jährige Maturandin. Die Polizei fahndete fieberhaft nach dem Mitternachtsmörder und fasste ihn drei Wochen nach der grausamen Tat. Die Autorinnen Michèle Sauvain und Fiona Strebel gehen der Frage nach, wie der nette Junge von nebenan zum Serientäter wurde und warum die Polizei ihm nicht früher auf die Spur kam. Der Fall des «Mitternachtsmörders», wie ihn die Boulevardpresse nannte, stiess auf ein riesiges Interesse von Medien und Bevölkerung. Der Druck auf die Kantonspolizei Bern war gross, denn den Fahndern war klar, dass der unbekannte Mörder jederzeit wieder zuschlagen könnte. Die Polizei vermutete hinter ihm denselben Unbekannten, der bereits ein halbes Jahr zuvor in der Umgebung von Bern zwei junge Frauen brutal überfallen und noch früher in der Stadt Bern eine Vielzahl von Frauen beraubt hatte. Die Polizei kannte zwar die DNA des Täters und seine Schrift, doch vorerst blieb er für sie ein Phantom. Nach dem Mord an der 20-jährigen Maturandin Natalia Slupski veröffentlichte die Polizei zwei Phantombilder und verschiedene Schriftproben des mutmasslichen Täters. Darauf gingen aus der Bevölkerung über 700 Hinweise ein. Einer davon führte direkt zu Mischa E. Als dieser 21 Tage nach der Tat verhaftet wurde, waren alle perplex: Wie konnte ein so netter, gut aussehender junger Mann all die abscheulichen Taten begehen? Mischa E. war ein bekannter und erfolgreicher Waffenläufer, hatte eine Freundin, eine liebevolle Adoptivfamilie, viele Freunde - niemand hatte etwas geahnt. Der 27-jährige Mischa E. gestand gegen 30 Delikte, darunter den Mord an der Maturandin und die versuchte Tötung der Studentin, bevor er sich während der Untersuchungshaft in seiner Zelle erhängte. Im Film von Michèle Sauvain und Fiona Strebel schildern Fahnder, wie sie versuchten, des Phantoms habhaft zu werden - immer im Wissen, dass sich der Täter in seiner Brutalität steigern und auch vor einer Tötung nicht zurückschrecken würde. Strafrechtsprofessor Christian Schwarzenegger äussert sich zum Spannungsfeld «Medien und Strafuntersuchung» und erläutert das DNA-Profilgesetz. Der Film geht aber auch der Frage nach, wie sich das Grauen hinter schönen Fassaden einnistet und dann plötzlich ausbricht. Erstaustrahlung: 02.07.2007

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