15.04.201910776 Ansichten

Zehntausende Wohnungen stehen leer – wird Mieten endlich günstiger?

Während in den Städten Wohnungsnot herrscht, werden Vermieter in den Agglomerationen ihre Wohnungen nicht los. Wer befeuert diese Kluft? Und können Mieter angesichts von 72'000 leerstehenden Wohnungen auf sinkende Mieten hoffen?

Reto Lipp diskutiert mit folgenden Akteuren und Kennern der Immobilienbranche. Stefan Mächler, Konzernleitungsmitglied Swisslife Als Chief Investment Officer bestimmt Stefan Mächler über die Anlagen der grössten Immobilienbesitzerin der Schweiz. Swisslife gehören 35'000 Wohnungen. Sie müsse als Versicherung ihren Verpflichtungen nachkommen. Der Anlagenotstand habe dazu geführt, dass heute 20 Prozent der Investitionen in Immobilien liegen. Jacqueline Badran, SP-Nationalrätin Jacqueline Badran sagt: Mit Wohnungen werden unzulässig hohe Renditen erzielt. Die Ökonomin argumentiert gegen die Kapitalisierung der Immobilienmärkte und für mehr gemeinnützigen Wohnungsbau. Denn beim Wohnen handle es sich um ein essenzielles Gut. Dieses müsse geschützt werden. Hans Egloff, Präsident Hauseigentümerverband Für den Präsidenten des Hauseigentümerverbandes bleiben Immobilien aufgrund der tiefen Zinsen auch in den nächsten Jahren ein gutes Investment. Die Nachfrage nach Immobilien wird laut Hans Egloff hoch bleiben. Die Leerstandsquote werde aber eher unterschätzt. Kleine Immobilienbesitzer würden sehr wohl die Mieten senken, es seien eher die grossen Versicherungen und Pensionskassen, die bei Leerständen die Mieten nicht senken würden. Donato Scognamiglio, Gründer Iazi Immobilienberatung Donato Scognamiglio analysiert den Schweizer Immobilienmarkt. Er beobachtet steigende Mieten vor allem dann, wenn Liegenschaften neu auf den Markt kommen oder beim Wohnungswechsel. Doch nicht überall steigen die Mieten: Im Luxusbereich sowie ausserhalb der Zentren werden Mieter dringend gesucht und teilweise mit Gratismieten und Geschenken umgarnt.

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