16.05.20198339 Ansichten

Was tun gegen das digitale Vergessen?

Moderne Speichermedien sind nicht für die Ewigkeit gemacht. Das digitale Gedächtnis der Menschheit ist bedroht. Wie kann der Datenzerfall gestoppt und Computerdateien über Hunderte Jahre gespeichert werden? «Einstein» zeigt Lösungen und versucht einen wertvollen Datensatz endgültig zu sichern.

Wie sieht das Speichermedium der Zukunft aus? Früher wurden wichtige Informationen in Stein gemeisselt oder auf Pergament verewigt. Das gesammelte Wissen war so für Hunderte Jahre verfügbar. Moderne Speichermedien dagegen können zwar riesige Mengen an Daten sichern, aber ihre Lebenszeit ist nur kurz. Gleichzeitig verändern sich Programme und Geräte rasant. Was eben noch High-Tech war, ist bald nur noch Computerschrott. Die langfristige Sicherung von digitalen Dateien stellt eine grosse Herausforderung für die Menschheit dar. Forscher versuchen, das Problem zu lösen, indem sie Computerdateien auf Film oder auf künstlicher DNA speichern. Datenrettung im Computermuseum Verschollene Daten retten – das ist ein Job für Reto Bösch. Mit Geräten aus der Sammlung des Computermuseums Enter in Solothurn versucht der Informatiker, alte Computerdateien zu rekonstruieren. Das Problem: Auch wenn das Speichermedium noch funktioniert, können die Informationen nicht immer gerettet werden. Ohne passende Soft- und Hardware bleiben viele Dateien für immer verschollen. DNA als Datenträger der Zukunft Die Natur speichert ihre wertvollsten Informationen in Form von DNA-Molekülen. Dieses Prinzip nutzen Forscher, um Computerdateien auf künstlicher DNA zu speichern. Dem Team von ETH-Chemieprofessor Robert Grass ist es nun gelungen, die künstlichen DNA-Stränge für lange Zeiträume haltbar zu machen. Das Back-up der Schweiz Rino Büchel – Chef Kulturgüterschutz beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz – nennt es das «Gedächtnis der Schweiz»: Ein Archiv, versteckt in einem alten Sandsteinbruch, irgendwo im Emmental. Die kulturell wichtigsten Dokumente der Schweiz werden dort auf Mikrofilm gebunkert. Doch immer mehr Informationen gibt es nur noch in Form von Computerdateien. Für die Langzeitspeicherung dieser Daten suchen die Kulturgüterschützer noch nach einer nachhaltigen Lösung.

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