07.06.20202867 Ansichten

50 Jahre Schwarzenbach-Initiative

Am 7. Juni 1970 wird das Schweizer Volk zur Urne gebeten – oder zumindest der männliche Teil der Bevölkerung, denn damals durften die Frauen noch nicht wählen. Es gilt, über die «Nationale Aktion gegen die Überfremdung von Volk und Heimat», die «Schwarzenbach-Initiative», abzustimmen. Die Initiative ist nach ihrem Gründer benannt, dem Zürcher Politiker James Eduard Schwarzenbach. Ihr Ziel ist, den Ausländeranteil in jedem Schweizer Kanton auf unter 10 Prozent zu senken. Die einzige Ausnahme wäre Genf mit 25 Prozent. Das Schweizer Stimmvolk lehnt die Initiative mit 54 Prozent Nein- zu 46 Prozent Ja-Stimmen ab. Wäre die Initiative angenommen worden, hätte man 300'000 bis 400'000 Menschen ausweisen müssen. Der grösste Ausländeranteil in der Schweiz stammte damals aus Italien. Der emotionale Abstimmungskampf im Vorfeld, die grosse mediale Aufmerksamkeit und schliesslich das Resultat der Initiative markierten eine Zäsur in der Ausländerpolitik der Schweiz. 1970 waren 17,2 Prozent der Schweizer Bevölkerung Ausländerinnen und Ausländer. Heute sind es 25,1 Prozent. Die «Schwarzenbach-Initiative» jährt sich am 7. Juni 2020 zum 50. Mal. «Glanz & Gloria» bringt an diesem Sonntag eine Spezial-Sendung zu diesem Thema und blickt unter anderem mit prominenten, italienischstämmigen Persönlichkeiten wie Nationalrätin Ada Marra, Musiker Pino Gasparini und Schauspieler Leonardo Nigro zurück auf die Initiative. Inwiefern waren sie selbst davon betroffen? Welche Ängste hatten ihre Familien? Welches Misstrauen in die Wahlheimat säht ein derartiges Volksbegehren? Und wie erleichtert waren sie, als es abgelehnt wurde?

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