15.04.20214928 Ansichten

mit Bestsellerautorin Esther Vilar

50 Jahre sind vergangen, seit die deutsch-argentinische Schriftstellerin Esther Vilar mit ihrem Buch «Der dressierte Mann» die Geschlechterdebatte erschütterte. Ihre These, Frauen unterdrücken eigentlich Männer und nicht umgekehrt, löste einen Sturm der Entrüstung aus.

Esther Vilar wurde damit zum Feindbild der Frauenbewegung – von der These ihres Buches rückt die Autorin aber auch heute nicht ab. Mit ihrem Weltbestseller zog Esther Vilar in den 1970er-Jahren den überschäumenden Hass vieler Feministinnen auf sich. Ihre provokante These, die sie in diversen Fernsehauftritten wiederholte, lautet: Das weibliche Gerede von Benachteiligung ist nichts als Camouflage. In Tat und Wahrheit wollten verwöhnte Frauen so von der Tatsache ablenken, dass sie die Männer unterdrücken, gar dressieren. Die damals 36 Jahre alte Ärztin mit jüdischen Wurzeln traf mit ihrem Titel einen Nerv und mischte durch die Umkehr der Opferrollen die Debatte um Gleichberechtigung auf wie keine zweite. In einem legendären Fernsehduell gegen Alice Schwarzer 1975 geriet diese derart in Rage, dass sie physische Gewalt gegen die gelassen argumentierende Vilar rechtfertigte. Fortan konnten Esther Vilars Lesungen jahrelang nur noch unter Polizeischutz stattfinden. Mehrfach wurde die provokante Autorin körperlich attackiert. Zum 50-Jahr-Jubiläum ihres Buches erscheint nun eine neue Biografie über Vilar. Bei «Gredig direkt» resümiert die heute 85-Jährige ihr bewegtes Leben. Sie blickt auf die Generation heutiger Feministinnen und erklärt, warum ihre Dressur-Aussagen von damals auch heute noch einen wunden Punkt der Geschlechterdebatte berühren.

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