02.10.20194049 Ansichten

Das MMS seiner Zeit: Die Postkarte wird 150

Was heute für Social Media gilt, traf früher auf die Postkarte zu: Die kurzen, mehrmals täglich zugestellten Text-Bild-Nachrichten veränderten das Kommunikationsverhalten fundamental und wurden zum Archivschatz eines ganzen Landes. Das zeigt die grösste Schweizer Sammlung – mit rund 300’000 Sujets.

Am 1. Oktober 1869 wird die Postkarte in Österreich eingeführt. Ein Jahr später erfolgt die Lancierung in der Schweiz. Und bald gibt es sie überall. Eine buchstäbliche Erfolgsgeschichte Das neue Medium trifft den Zeitgeist. Allein 1913 werden in der Schweiz 112 Millionen Exemplare versandt, wie Karl Kronig ausführt. Der Leiter Sammlungen des Museums für Kommunikation in Bern hat sich vertieft mit der Kulturgeschichte der Postkarte auseinandergesetzt und unerwartete Facetten eines unterschätzten Kommunikationsmittels zusammengetragen – genauso wie Anett Holzheid vom Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe. Abbild der Schweiz Weiter taucht «Kulturplatz» in die grafische Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek ein, wo ein umfassender Kartenbestand die gesellschaftliche Entwicklung des Landes dokumentiert. Die Postkarte dient als Abbild einer Nation – wortwörtlich. Die Kunst entdeckt ein Alltagsmedium Auch renommierte Kunstschaffende haben sich früh von der Postkarte inspirieren lassen. Ob Emil Nolde, Oskar Kokoschka, Joseph Beuys oder Yoko Ono: Sie alle kreierten sogenannte «Mail Art». Grund genug, ein spannendes Duo in der Schweiz kennenzulernen, das sich der Kunst dieser Tradition verschreibt: Veli & Amos. Reise mit schöner Aussicht Umrahmt wird die Sendung von der Suche nach dem perfekten Postkartensujet. Eva Wannenmacher begleitet Gion Schneller, Fotograf und Geschäftsführer des grössten Schweizer Postkartenverlags. Wohin der Sohn einer Familie, die in dritter Generation die hiesige Branche prägt, die Moderatorin wohl führen wird?

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