17.05.20106130 Ansichten

Dyskalkulie - Mit dem Computer gegen die Rechenschwäche

Viele Menschen bekunden Mühe mit dem Rechnen. Wenn einen die Zahlen aber regelrecht plagen, kann das an einer Dyskalkulie liegen. Eine Dyskalkulie wird in Betracht gezogen, wenn die Schwierigkeiten beim Rechnen ein halbes Jahr und länger anhalten. Rund jede zwanzigste Person ist davon betroffen. Bemerkbar macht sich die Rechenschwäche meist ab Ende der zweiten, oft erst in der dritten und vierten Klasse. Zur Diagnose sollen Fachleute zugezogen werden. Folgende Symptome deuten auf eine Dyskalkulie hin: • Es wird auch da gezählt, wo sich Zählen erübrigt. Etwa wenn nach «3+4» die Aufgabe «13+4» gelöst werden soll. • Rechenarten werden verwechselt. • Nahezu alle Aufgaben werden durch Zählen mit den Fingern oder mit Hilfe von Anschauungsmaterialien gelöst. • Bei Additionen und Subtraktionen liegt das Ergebnis oft um 1 daneben. • Aufgaben wie «x - 4 = 6» können nicht gelöst werden. • Bei Textaufgaben passen die Antworten gar nicht zur Frage. • Die Bedeutung der Null als Zahl und als Ziffer wird nicht erkannt. • Multiplikationsreihen werden wie ein auswendig gelerntes Gedicht aufgesagt. Ähnlich wie bei der Legasthenie hat Dyskalkulie nichts mit anderen Lern-Defiziten zu tun. Die Leistung in anderen Fächern ist meist völlig normal. Ursache im Zahlenraum? Welche Ursachen die Rechenschwäche hat, ist noch nicht abschliessend geklärt. Es gibt verschiedene Erklärungsansätze zur Entstehung. Eine zentrale Rolle dürfte das räumliche Vorstellungsvermögen spielen: Obwohl jeder Mensch seine eigene Zahlenraumvorstellung entwickelt, scheint es doch einige Gesetzmässigkeiten zu geben, die für alle gelten. So scheint zum Beispiel der innere Zahlenstrahl in unserem Kulturkreis in Schreibrichtung von links nach rechts ausgerichtet zu sein. Bei Dyskalkulikern ist dieser nicht vorhanden. Ein Computerspiel gegen die Rechenschwäche Genau hier hat das Kinderspital Zürich mit einer Studie angesetzt. Darin wurde untersucht, wie ein gezieltes Training am Computer die Rechenleistung bei dyskalkulischen Kindern beeinflussen kann. Das Resultat lässt sich sehen: Zum einen fiel den Kindern das Rechnen nach dem Training wesentlich leichter – zum anderen konnte im MRI festgestellt werden, dass sich die Hirnaktivität nach dem Training verändert hat. Links zum Thema: «Entwicklung und Ursachen von Rechenstörungen» PDF-Download Verband Dyslexie Schweiz www.verband-dyslexie.ch Therapiezentrum Rechenschwäche www.dyskalkulie.ch Mathematisches Institut zur Behandlung der Rechenschwäche / Dyskalkulie, München www.rechenschwaeche.de Expertin im Beitrag: Dr. Karin Kucian MR-Zentrum Universitäts-Kinderkliniken Zürich www.kispi.uzh.ch/mr 17.05.2010

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