28.10.202033384 Ansichten

Kilian – Eine Kindheit mit ADHS

Laut Schätzungen leiden etwa 5 % der Bevölkerung unter ADHS, dem sogenannten Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Michèle Sauvain hat einen Jungen mit ADHS über 10 Jahre mit der Kamera begleitet und zeichnet seine wechselvolle Entwicklung nach.

Als Achtjähriger war Kilian ein feingliedriger, liebenswerter und sehr neugieriger Junge, der aber immer übers Ziel hinausschoss. Seine Mutter kannte es nicht anders: Bereits als Kleinkind eckte Kilian überall an, klassische Spielplatzsituationen endeten jedes Mal in einem Drama. Nicht anders in der Schule: Kilian kam mit den Kollegen nicht klar und mit dem Schulstoff nicht nach, war nervös und fahrig und das alles trotz hochdosiertem Ritalin. Kilian wollte alles gut und richtig machen und trotzdem ging alles daneben. Fünf Jahre später trifft Autorin Michèle Sauvain Kilian erneut. Sein Leben ist alles andere als einfach verlaufen. Er hat einige Schulwechsel hinter sich, wurde sogar aus einer Sonderschule geworfen und hat grosse Lücken im Schulstoff. In einer Privatschule für Kinder mit Problemen soll er nun die Oberstufe in Angriff nehmen und sich mit der Berufswahl befassen. Aber es ist wie verhext, gleich nach dem Schulstart gibt’s wieder Streit mit den neuen Kollegen. Kilian wird erneut von der Schule verwiesen. Es folgen fünf Monate Homeschooling, in denen seine Mutter verzweifelt nach einer Anschlusslösung sucht und sich darum bemüht, dass die IV und die Schulbehörden die Kosten übernehmen. Kilian fällt in ein tiefes Loch. Inzwischen ist Kilian 18 Jahre alt. Er hat er sich einigermassen gefangen und hat drei relativ ruhige Jahre in einer privaten Sonderschule hinter sich. Weil er noch keine Lehrstelle gefunden hat, hat ihn seine Mutter für ein 10. Schuljahr angemeldet. Aber dort stolpert er wieder über sein altes Problem, sofort gibt’s Streit mit den neuen Mitschülern und Kilian schmeisst die Schule.

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