10.03.202124553 Ansichten

Kulturkampf im Toggenburg

Wer soll die Strategie der Bergbahnen bestimmen: die wenigen reichen Investoren, die viel Geld bringen, aber dann auch entscheiden wollen, oder viele Kleinaktionäre und die Gemeinde? Eine von vielen Fragen, die hinter dem Konflikt zwischen den Bergbahnen «Wildhaus» und «Chäserrugg» im Toggenburg steht.

Reporter Christof Franzen hat niemanden getroffen, der mit der derzeitigen Situation im Obertoggenburg zufrieden ist. Bis 2019 konnte man noch mit einem einzigen Ski-Ticket auf beiden Bahnen, also Wildhaus und Chäserrugg, fahren. Inzwischen ist das nicht mehr möglich. Die Verbindungspisten sind gesperrt. Im Tal spricht man vom «Eisernen Vorhang». Gäste und Einheimische beklagen sich. Hotelbesitzer, Geschäftsbetreiber sprechen von Kundschaft, die abgesprungen sei. Im Tal gibt es zwei unterschiedliche Modelle für die Zukunft der Bergbahnen. Auf der einen Seite eine kleine, aber reiche Investorengruppe um das Ehepaar Mélanie und Matthias Eppenberger im Gebiet von «Chäserrugg». Sie besitzen nach eigenen Aussagen die Mehrheit des Aktienkapitals. Aber für sie gilt: Wer so viel investiert, will auch die Entscheidungen treffen. Sie streben eine Fusion, faktisch eine Übernahme der Bergbahnen «Wildhaus» an. Auf der anderen Seite Wildhaus. Hier sind die Bergbahnen im Besitz von über zweitausend Aktionären, eine gewichtige Rolle spielt die Gemeinde. Hier fürchten viele, ihre Aktien und somit das Sagen in die Hände ein paar weniger Investoren zu geben. Jakob Rhyner, der Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen «Wildhaus», sagt, er sei für ein gemeinsames Ski-Ticket, aber solange er mitmache, würden die Bergbahnen «Wildhaus» von niemandem übernommen.

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