09.08.202060528 Ansichten

Mona Vetsch fragt nach – Macht Schönheit glücklich?

«Macht Schönheit glücklich?» Diese Frage führt Mona Vetsch zu jungen Menschen, die von einer Modelkarriere träumen, übergewichtigen Männern und Frauen, die das gesellschaftliche Schönheitsideal sprengen, und einer blinden Frau, deren Sinneswahrnehmung für Schönheit die Nase ist.

In einer der grössten Modelagenturen der Schweiz trifft Mona Vetsch bei einem Casting auf junge Menschen, die allesamt hoffen, dereinst von ihrer Schönheit leben zu können. Zum Beispiel Leon Bürgi. «Ich wurde in der Schule oft gehänselt, hatte Minderwertigkeitskomplexe und fand mich nicht schön», sagt der kaufmännische Lehrling. Die Agenturchefin sagt ihm nun eine rosige Zukunft voraus. Für den jungen Mann könnte sein Aussehen materielles Glück bedeuten, bei vielen anderen werden an diesem Casting Hoffnungen zerschlagen.Das 70-jährige Model Carmen Meier nimmt es gelassen, wenn ihr Typ gerade nicht gefragt ist. «Ich weiss mittlerweile, wer ich bin und wie das Geschäft läuft. Nichtsdestotrotz ist Schönheit in jeder Hinsicht zentral für mich, sie macht mich rundum glücklich.»Das kann Alexandra Baumann von sich nicht behaupten. Die 41-Jährige hatte zeitlebens Mühe mit ihrem Aussehen, ist übergewichtig und fand sich unansehnlich. Seit ihrer Magenbypass-Operation purzelten die Kilos und ihr Selbstwertgefühl begann sich zu verändern. Doch so einfach ist das nicht mit dem Spiegel der Gesellschaft. «Ständig muss ich mir ungefragt Sprüche über mein Aussehen anhören: «Iss noch mehr Süsses, dann wird dein Arsch noch dicker» oder «Ein bisschen Salat und dann daheim wieder reinhauen», erzählt sie von ihren Erfahrungen mit wildfremden Menschen, die sie einfach so anquatschen. Warum passen übergewichtige Menschen so gar nicht in die Vorstellungen vom gesellschaftlichen Schönheitsideal? Und macht das zwangsläufig unglücklich?Zina Indermaur hat von all diesen Diskussionen über Äusserlichkeiten keine Ahnung: Sie ist blind. Schönheit nimmt sie vor allem über die Nase und das Gehör wahr. «Die schöne Stimme eines Menschen, ein dezenter, angenehmer Geruch – das bedeutet für mich tiefes Wohlbefinden.»

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