22.11.201944629 Ansichten

«SRF bi de Lüt – Landfrauenküche»: Astrid Murpf (LU)

Die Landfrau Astrid Murpf und ihr Mann Stefan bewohnen den höchstgelegenen Ganzjahresbetrieb der Gemeinde Hasle im Entlebuch. Der Bauernhof Aeschitanne liegt auf 1181 Metern über Meer und ist zwölf Kilometer vom Dorfkern entfernt. Hier findet die Bauernfamilie die Abgeschiedenheit, die sie sucht. Astrid und Stefan Murpf haben vier Kinder. Fabian, 17, absolviert eine Lehre als Zimmermann in Schüpfheim. Die beiden Töchter Melanie, 16, und Ilona, 13, leiden beide an einer seltenen, angeborenen Erbkrankheit. Beim Sanfilippo-Syndrom handelt es sich um eine Stoffwechselstörung, die schwere Schäden am Gehirn verursacht. Seit Kurzem leben die pflegebedürftigen Mädchen unter der Woche in zwei verschiedenen Pflegeinstitutionen. Der Jüngste, Robin, 7, besucht in Hasle die erste Klasse. Astrid und Stefan sind beide im Entlebuch aufgewachsen. Seit 1998 leben sie auf ihrem Hof. Das geeignete Vieh für das steile und hügelige Gelände haben sie vor gut zehn Jahren in Österreich gefunden. Damals stellte Stefan bei Mutterkuh Schweiz den Antrag, die Rasse aufzunehmen. Die Tux-Zillertaler sind dem Grauvieh ähnlich, aber genügsamer und für den Aeschitannenhof genau das Richtige. Neben diesen Kühen hat Astrid verschiedene Kleintiere auf dem Hof. Gänse, Enten, Kaninchen, Hühner, einen Appenzeller Hund, einen Haflinger, ein Zwergpony und drei Esel. Das Pferd setzt Astrid als Therapiepferd für die beiden Mädchen ein. Als Astrid vor gut 20 Jahren das erste Mal von Hasle nach Aeschitanne gekommen ist, reagierte sie überrascht und war sich nicht sicher, ob sie so abgeschieden leben will. Heute kann sie sich nichts anderes mehr vorstellen. Ihr Garten ist ihr Hobby. Bis auf ein paar wenige Lebensmittel, die Astrid im Tal kauft, versorgt sie die ganze Familie mit den eigenen Hofprodukten. Das war schon immer Astrids und Stefans Wunsch. Seit 2006 ist Astrid Mitglied im Samariterverein von Hasle. Damals besuchte sie den Kurs Notfälle für Kleinkinder. Schliesslich will sie die kleinen Verletzungen ihrer Kinder hoch oben auf Aeschitanne selbst verarzten können. Heute freut sie sich über die Abwechslung, die die monatlichen Treffen und Übungen mit sich bringen. Wenn die Tage kürzer werden, widmet sich Astrid einem weiteren Hobby, der Kalligrafie. Natürlich setzt sie dieses Talent auch ein, um die Menükarte für die Landfrauen zu schreiben. Dass Astrid Fleisch von den eigenen Tuxern auftischt, überrascht keine der anderen Landfrauen. Dafür ist Astrid selbst überrascht, als sie beim Kochen feststellt, dass in jedem Gang eine Speise die Farbe Violett hat. Bei der Vorspeise ist es die Randensuppe, im Hauptgang die Rotweinsauce und beim Dessert sind es die selbstgepflückten Heidelbeeren, die dem Mousse die purpurne Farbe verleihen.

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