Isabel Egli: eine Schwingerin zwischen Tradition und Zukunft
Während das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2025 im Glarnerland schon Wochen im Voraus für Schlagzeilen sorgt, steigen die Frauen eine Woche davor unter vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit ins Sägemehl. Eine, die das ändern will, ist Isabelle Egli. 2024 wurde sie in Sitten Schwingerkönigin – ein Moment, der vieles für sie verändert hat. Der Titel ist inzwischen weitergezogen, die Erinnerungen aber bleiben. Aufgewachsen in einer Schwingerfamilie – ihre Tante holte den Königinnentitel ganze fünfmal – hat sie das Sägemehl von klein auf begleitet. Die 28-Jährige lebt zwischen Pflegealltag und Spitzensport. Mehrmals pro Woche steht sie im Training, daneben arbeitet sie in der Spitex. Seit zwei Jahren vertraut sie zudem auf einen Mentaltrainer, um den Druck besser zu meistern. «Ja, es kostet etwas – aber ich bin nur einmal jung, und ich werde hoffentlich nicht bis 50 schwingen», sagt sie mit einem Lächeln. Die Geschichte des Frauenschwingens selbst ist noch jung. 1980 fand in Aeschi bei Spiez das erste offizielle Fest statt – über 80 Frauen stiegen damals in die Zwilchhosen, mehr als 10 000 Zuschauerinnen und Zuschauer waren dabei. Heute zählt der Eidgenössische Frauenschwingverband EFSV rund 180 aktive Schwingerinnen. Anerkennung und Sichtbarkeit bleiben aber eine Herausforderung. Kritische Stimmen sehen den Sport weiterhin als Männerdomäne. Egli widerspricht: «Wir können zeigen, dass es genauso spannend und attraktiv ist.»