10.11.201913927 Ansichten

Die Befreite: Was Simone de Beauvoir wirklich wollte

Feministische Vordenkerin, Ikone des Existentialismus: Simone de Beauvoir ist die wohl einflussreichste Intellektuelle des 20. Jahrhunderts. Und doch wurde ihr Werk und Leben weitgehend missverstanden. Das sagt die Philosophin Kate Kirkpatrick und legt dar, warum es de Beauvoir neu zu entdecken gilt.

«Man wird nicht als Frau geboren, man wird zu ihr gemacht», so lautet einer der Kernsätze aus Simone de Beauvoirs Werk «Das andere Geschlecht». Vor genau siebzig Jahren erschienen, markiert dieses Buch einen Meilenstein in der Geschichte des Feminismus und machte seine Autorin endgültig zu einer globalen Kultgestalt. Doch bereits zuvor war Simone de Beauvoir als Lebens- und Denkgefährtin von Jean-Paul Sartre zur Ikone eines neuen, freiheitssehnenden Lebensentwurfes geworden, der in der Denkströmung des Existentialismus seine gedankliche Rechtfertigung fand. In ihrem jüngst erschienenen Buch «Becoming Beauvoir» legt die britische Philosophin Kate Kirkpatrick nun Aspekte in de Beauvoirs Biografie frei, die zu einem neuen Verständnis des Existentialismus führen, wie auch zur Neubewertung von Simone de Beauvoirs Lebensweg, der im 20. Jahrhundert unser Bild einer öffentlichen Intellektuellen massgeblich geprägt hat. Im Gespräch mit Wolfram Eilenberger erklärt Kate Kirkpatrick, weshalb Simone de Beauvoir insbesondere als Philosophin bis heute erst eigentlich entdeckt werden muss. English version: https://www.youtube.com/watch?v=F0M0tTK-eaw Literatur: Kate Kirkpatrick: Becoming Beauvoir: A Life. Bloomsbury Academic, 2019 (erscheint auf Deutsch im April 2020).

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