07.11.20218651 Ansichten

Donatella Di Cesare – Für eine neue Gastfreundschaft!

Die Flüchtlingsfrage ist eine zentrale Herausforderung unserer Zeit. Statt mit Abschottung und Abstumpfung zu reagieren, fordert die Philosophin Donatella Di Cesare radikales Umdenken: Eine Welt der Migration kann nur ohne Grenzen, Nationalstaaten und falsche «Wir-Identitäten» friedlich sein.

«Ich bin eine radikale Philosophin», sagt die italienische Denkerin Donatella Di Cesare von sich selbst. In der Tat fordert die in Rom lehrende Professorin ein grundlegendes Umdenken – insbesondere mit Blick auf die Phänomene der Migration und der Existenz von Nationalstaaten. In der Spur Hannah Arendts diagnostiziert di Cesare in ihrem Werk «Philosophie der Migration» einen grundlegenden, gar tödlichen Widerspruch zwischen den Menschenrechten und der Existenz staatlicher Grenzsouveränität. Sie meint gar, Europa führe derzeit einen «Krieg gegen die Migranten». Stattdessen gelte es, eine neue Kultur «ansässiger Fremder» zu schaffen, in welcher das Recht auf Gastfreundschaft und schützende Aufnahme unbedingt regiert. Wie könnte so eine Welt politisch aussehen? Und: Stellt diese offene Welt gerade im globalisierten 21. Jahrhundert den einzigen Weg in ein friedvolles Miteinander dar? Überlebenswichtige Fragen, denen sich Di Cesare im Gespräch mit Wolfram Eilenberger stellt.

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