16.02.202017982 Ansichten

Reden - nicht brüllen.

«Es ist grün!», sagt der Mann zur Frau, die am Steuer sitzt. – «Fährst du oder ich?», entgegnet sie genervt. Alle kennen diese Situationen, in denen ein Streit eskaliert, weil man nicht wirklich miteinander redet. Was lässt sich aus Konflikten lernen, für die Entgiftung der öffentlichen Kommunikation? In seinem Theaterstück «Biografie ein Spiel» analysiert Max Frisch die Szenen einer Ehe so: «Wir haben einander verkleinert. Warum haben wir einander immer verkleinert?» Das Drama der Beziehung beginnt oft mit dieser Verkleinerung: Man reduziert sich gegenseitig, feuert Pauschalurteile ab, denkt in Stereotypen. Wie lässt sich das verhindern? Und wie gelingt das gute Gespräch – privat und öffentlich? In der «Zeit der grossen Gereiztheit», wie der Medienwissenschaftler und Autor des Buches «Die Kunst des Miteinander-Redens» Bernhard Pörksen sie nennt, wird das Miteinander-Reden zu einer Kunst, die wieder erlernt und gepflegt werden muss. Das gute Gespräch muss dabei empathisch sein und Menschen nicht auf Kategorien reduzieren, fordert die Autorin und Aktivistin Kübra Gümüşay in ihrem Buch «Sprache und Sein». Barbara Bleisch trifft die beiden zu einem Gespräch.

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