25.08.20193203 Ansichten

Kirchenaustritt: Befreiungsakt oder Verzweiflungstat?

Die Austritte aus der katholischen Kirche nehmen hierzulande massiv zu. Für manche ist der Entschluss zu gehen ein formaler Akt ohne weitreichende Konsequenzen. Andere brauchen Jahrzehnte, um sich zu diesem Schritt durchzuringen. Welche Hoffnungen, Fragen und Sorgen begleiten sie?

Es sind nicht mehr nur die jungen Desinteressierten, die sich von Religion und Glauben entfremdet haben, die aus der Kirche austreten. Es sind auch Theologinnen in gesetztem Alter sowie gläubige Männer und Frauen, die sich seit vielen Jahren aktiv für die und in der Kirche engagieren, die plötzlich «Adieu» sagen oder sich zumindest mit diesem Gedanken auseinandersetzen. Was sind ihre Beweggründe dafür? Was gewinnen und was verlieren sie, wenn sie die Kirche verlassen, die jahrzehntelang seelsorgerische und rituelle Heimat, Rückhalt und Gemeinschaft bot? Welche emotionalen Prozesse durchlaufen sie dabei? Gibt es Gründe zu bleiben? Soll man von innen her Veränderungen erwirken? Stützt man als Mitglied ein System, das Missbrauch in den eigenen Reihen möglicherweise begünstigt, Frauen diskriminiert und dem man immer weniger zutraut, dass es seine moralischen und ethischen Ansprüche als Hüterin christlicher Religion glaubwürdig umsetzt? Engagierte Katholikinnen innerhalb der Kirche kämpfen ebenfalls seit Jahrzehnten für tiefgreifende Reformen und lancierten in diesem Jahr unter anderem den Frauenkirchenstreik in der Schweiz und die Bewegung Maria 2.0. in Deutschland. Mit welchen Aussichten? Amira Hafner-Al Jabaji im Gespräch mit Li Hangartner, feministische Theologin, Dorothee Wilhelm, Theologin und Psychotherapeutin (aus der katholischen Kirche ausgetreten) und Lisa Kötter, Mitinitiantin der deutschen Bewegung Maria 2.0.

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