18.10.20204648 Ansichten

Sternstunde Religion – Streitfrage Leihmutterschaft

«Wunschkinder» werden sie genannt. Für eine Leihmutterschaft verpflichtet sich eine Frau meist gegen Bezahlung, das Kind eines anderen Paares auszutragen. Immer mehr Eltern kommen mit Hilfe einer Leihmutter zum eigenen Kind. In der Schweiz ist das Vorgehen verboten und hochumstritten.

Weil Abraham und Sara unfruchtbar sind, zeugt Abraham mit der Sklavin Hagar einen Sohn. Die biblische Hagar wird oft als erste Leihmutter bezeichnet. Heute nehmen immer häufiger Eltern die Dienstleistung einer Leihmutter in Anspruch. Verlässliche Zahlen für die Schweiz gibt es nicht, denn Leihmutterschaft ist ein mit Tabus und moralischen Verurteilungen belegtes Thema. Interessierte Eltern suchen Leihmütter in den USA oder in der Ukraine, wo Kinderwunschkliniken und -Agenturen florieren. Jüngst machen Medienberichte die Runde, laut denen hunderte Neugeborene von Leihmüttern in Kiew wegen Corona von ihren Auftragseltern nicht abgeholt wurden. Die Entwicklung stellt Gesellschaft und Gesetzgeber vor komplexe Fragen. Was bedeutet es, wenn zwei Mütter biologisch beteiligt sind – die eine spendet das Ei, die andere lässt sich das befruchtete Ei einsetzen und trägt das Kind aus? Wie können Leihmütter vor Ausbeutung geschützt werden? Ist es verwerflich, wenn Frauen sich für eine Leih-Schwangerschaft entscheiden, um ihre ökonomische Lage zu verbessern? Wie kann Leihmutterschaft würdevoll und gerecht gestaltet werden? Zur Diskussion stehen auch soziale, ökonomische und globale Ungleichheiten. «Sternstunde Religion» widmet sich in der nächsten Ausgabe der «Streitfragen» dem umstrittenen Thema. Olivia Röllin lädt im Berner Haus der Religionen zum Streitgespräch mit Gästen. Mit dabei sind: Ruth Baumann-Hölzle, Theologin und Ethikerin, Annika König, Ethnologin, sowie Antje Schrupp, Politikwissenschaftlerin, Theologin und Buchautorin.

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