Wie Hunderte andere Betriebe im ganzen Land wurde die Käserei Moléson im vergangenen Jahr einer Brandschutzkontrolle unterzogen. Ergebnis: Das Familienunternehmen mit rund 100 Angestellten muss für 50'000 Franken Änderungen vornehmen und sein Personal ausbilden. Dabei soll auch ein spezialisiertes Beratungsbüro helfen, das die Käserei engagiert hat.
Unterwegs in der Schweizer Brandschutz-Landschaft
Die Ausbildungen werden von kantonalen Einrichtungen oder von privaten Unternehmen angeboten, die Vereinigung Kantonaler Gebäudeversicherungen gibt die Regeln dafür vor.
Die Vorschriften sind umfassend und beginnen bereits bei der Planung der Gebäude. Bei Gebäuden mit mehr als 10'000 Quadratmetern oder bei Unterkünften mit einer Kapazität von über 100 Personen müssen Betriebe sogar Brandschutz-Beauftragte haben – das betrifft zum Beispiel Altersheime und Spitäler.
Um den Unternehmen zu helfen, gibt es spezialisierte Dienstleister. Die Fire System SA zum Beispiel hat ein Programm entwickelt, das Gefahrenzonen in Gebäuden verortet.
Das Unternehmen hat sein System bereits rund 3000 Mal in der ganzen Schweiz installiert. Seit dem Brand von Crans-Montana Anfang 2026 ist die Nachfrage laut Direktor Loïc Estoquié um 30 bis 40 Prozent gestiegen.
Die Technologie funktioniert mit QR-Codes, die im Gebäude angebracht sind. Dahinter sind alle relevanten Informationen erfasst: verbaute Materialien, das Datum der letzten Bauarbeiten sowie ein Foto. Das ermöglicht detaillierte, digitale Pläne von den Gebäuden, die jederzeit über eine App konsultiert werden können.
Die Universität Freiburg UNIFR hat das System in ihren 50 Gebäuden installiert. «Es meldet uns in Echtzeit, wenn es Elemente gibt, die instand gesetzt werden müssen. Wir schicken dann dem Unternehmen ein Reparaturticket», sagt Alex Kaczorowski Rusca, Architekt der UNIFR. Das sei eine Entlastung für die Uni als Gebäudebetreiberin.
Wichtigstes Brandschutz-Utensil ist aber noch immer der Feuerlöscher. Die Firma Primus, eine der Marktführerinnen in der Schweiz, wurde seit der Katastrophe von Crans-Montana überrannt. «Unsere Lieferanten mussten Bestellungen bei anderen Kunden in Europa annullieren, um die Schweiz beliefern zu können», sagt Primus-Chef Jordan Schoch.
Aber nicht jeder Feuerlöscher eignet sich für alle Brände. Wenn ein Feuer mit der falschen Substanz gelöscht wird, kann das dramatische Folgen haben. Der Klassiker: Wasser auf heisses Öl. «Wir haben leider noch immer drei Tote pro Jahr, weil Wasser auf eine brennende Fritteuse gegossen wird», bedauert Nedo Milosevic, Ausbildner bei Primus.