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Schweizer Pionierprojekt Solarenergie zwischen Bahngleisen: Erste positive Bilanz

Solarpanels im Bahngeleise: Dieses Pionierprojekt gibt es in der Schweiz seit einem Jahr. Und es funktioniert.

«Wir haben unsere Ziele erreicht – sowohl in Bezug auf die Bahnsicherheit als auch auf die Stromproduktion.» Über 11'000 Züge seien über die Solarmodule gefahren. Die Installation habe sich dabei als «vollkommen stabil und sicher» erwiesen.

Es ist eine durchwegs positive Bilanz, die Joseph Scuderi, Gründer des Start-ups Sun-Ways, gegenüber Swissinfo präsentiert, dem Nachrichtenportal der SRG für Schweizerinnen und Schweizer im Ausland.

Bahnstrecke mit Menschen in orangefarbenen Westen daneben, umgeben von grüner Landschaft und Bäumen.
Legende: Weltpremiere auf einer Bahnstrecke von hundert Metern: Das Bahn-Solar-Kraftwerk von Buttes NE bei der Einweihung im April 2025. KEYSTONE/Jean-Christophe Bott

Vor gut einem Jahr installierte sein Unternehmen die Solarmodule auf einem hundert Meter langen Streckenabschnitt in Buttes im Kanton Neuenburg. Die Fotovoltaikzellen sind auf den Bahnschwellen zwischen den Schienen angebracht.

Es handelt sich um die erste Anlage dieser Art weltweit. Zu ihren Vorzügen gehört, dass die Solarmodule bei Wartungsarbeiten an der Bahninfrastruktur problemlos demontiert werden können.

Kein Konflikt mit dem Zugverkehr

Der vom Bahn-Solarkraftwerk erzeugte Strom wird ins lokale Stromnetz eingespeist. Bisher waren das über 16'000 Kilowattstunden (kWh). Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von drei bis vier Haushalten.

Laut Sun-Ways könnten die rund 5320 Kilometer des Schweizer Schienennetzes – abzüglich der Tunnelabschnitte und wenig besonnten Strecken – bis zu eine Milliarde kWh Solarenergie pro Jahr erzeugen. Dies entspräche dem Verbrauch von 300'000 Haushalten oder 2 Prozent des in der Schweiz verbrauchten Stroms.

Das öffentliche Verkehrsunternehmen des Kantons Neuenburg, TransN, das den Streckenabschnitt in Buttes betreibt, bestätigt, dass das Solarsystem zwischen den Schienen den täglichen Bahnbetrieb nicht beeinträchtigt habe. Das Blendungsrisiko für Lokführerinnen und Lokführer, das oft als möglicher Nachteil dieser Technologie genannt wird, scheint sich nicht zu bestätigen. Gemäss TransN hat es keine entsprechenden Meldungen des Lokpersonals gegeben.

Interesse an Bahnsolar in Frankreich und Italien

Die Technologie von Sun-Ways wird von der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung unterstützt. Sie stösst auch im Ausland auf grosses Interesse.

Im Februar gab die französische Eisenbahngesellschaft SNCF bekannt, einen Kooperationsvertrag mit dem Schweizer Start-up abgeschlossen zu haben. Scuderi sagt dazu: «Die SNCF sind ein bedeutender Partner, denn das Potenzial in Frankreich ist enorm, und das wird unserer Arbeit in der Schweiz Sichtbarkeit verleihen.»

Auch mit dem italienischen Unternehmen RFI, das die Bahninfrastruktur in Italien verwaltet, sei man im Gespräch. Weitere Partnerschaften sind mit Unternehmen aus Südkorea und Indonesien etabliert worden.

Herausforderungen bleiben

Noch hat das Projekt nicht alle technischen Schwierigkeiten überwunden. Die derzeitige Technologie sei für Abschnitte von mehr als 500 Metern nicht geeignet, sagte Julien Pouget von der Fachhochschule Westschweiz der Zeitung «24 Heures». Die Hauptherausforderung bestehe darin, den erzeugten Strom auf Hochspannung zu bringen, um ihn über grosse Distanzen transportieren zu können.

Das Bundesamt für Verkehr hat die Dauer des Pilotprojekts auf drei Jahre festgesetzt. Sun-Ways-Chef Scuderi hofft, schon vorher die endgültige Validierung zu erhalten. «Wir haben bewiesen, dass das Solarkraftwerk zwischen den Schienen sicher ist. Je früher wir die endgültige Genehmigung erhalten, desto früher können auch unsere Partner im Ausland vorankommen.»

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Regionaljournal Zentralschweiz, 22.6.2026, 12:03 Uhr; herb

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