«Um sich auf die immer häufigeren Hitzewellen vorzubereiten, muss auf zwei Ebenen gearbeitet werden. Es muss sichergestellt werden, dass genügend Grünflächen ausserhalb und im Zentrum der Städte geschaffen werden. Die übermässige Betonierung der letzten Jahrzehnte muss gebremst werden. Das bereits Gebaute muss grüner (und vielfältiger als zuvor!) gestaltet werden», schreibt User «Penseur Curieux». Er spricht damit etwas an, was über 80 Prozent der «dialog»-Community denken: Die Schweiz ist ungenügend auf häufigere Hitzewellen vorbereitet.
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Doch wie kommen die Userinnen und User zu diesem Urteil? So findet «sambucus negra», die Schweiz könne nicht darauf vorbereitet sein, «da sie sich nur halbherzig für den Kampf gegen den Klimawandel einsetzt». Und weiter: «Es sind nicht nur die Politiker und andere Entscheidungsträger, die dafür verantwortlich sind. Unsere Gemeinschaft selbst weigert sich, Prioritäten zu setzen, und sträubt sich gegen die notwendigen Infrastruktur- und Verhaltensänderungen.»
«Das ist nicht hinzunehmen»
Pragmatischer sieht dies «Ral Nicol» aus der «dialog»-Community: «Ich denke, dass die Schweiz ein kleines Land mit Bergen, Seen und Wäldern ist, mit einer grünen Landschaft, die recht gut vor Betonierung, Megastädten und Autobahnen bewahrt wurde.» Und erklärt weiter: «Glauben Sie, dass irgendjemand auf dieser Erde gut auf eine globale Erwärmung vorbereitet ist? Im Vergleich zu einer Vielzahl von Orten ist die Schweiz noch bewahrt.»
Bedeutend härter ins Gericht zieht User «Udo Strutz»: «Senioren und Seniorinnen, chronisch kranke Menschen und Kinder werden nicht genügend geschützt. Das ist nicht hinzunehmen.»
Damit greift er auch eine Diskussion auf, welche insbesondere in dieser Woche aufflammt: die überhitzten Klassenzimmer und die Diskussion, ob Hitzeferien eingeführt werden sollen.
Sich selbst vor der Hitze zu schützen, ist wohl das aktuelle Gebot der Stunde, so schreibt auch User «Francis Waeber»: «Ja, die Schweiz ist sehr gut auf Hitze- und, wie sich unlängst gezeigt hat, auch auf Kältewellen vorbereitet; denn jeder, der will, weiss schon Tage im Voraus, was ihn erwartet, und kann sich dementsprechend ausrüsten.»
«C. L.» aus der «dialog»-Community stimmt dem zu, ergänzt jedoch, dass die Infrastruktur dennoch ungenügend vorbereitet, sei: «Im Gegensatz zu einer Person, die sich innerhalb von 2–3 Tagen auf eine Hitzewelle vorbereiten kann, benötigt die Infrastruktur eher 20–30 Jahre, um sich anzupassen.»
Regionale Unterschiede
Interessant ist auch ein Blick auf die Sprachregionen: Die Umfrageergebnisse sind mit rund 2000 Teilnahmen nicht repräsentativ, aber trotzdem bezeichnend: Während der deutschsprachige Teil mit 83 Prozent und der französischsprachige Teil der Community mit 79 Prozent finden, die Schweiz sei ungenügend vorbereitet, teilen beim italienischsprachigen Teil «nur» gerade 69 Prozent diese Ansicht. Ist also etwa das Tessin besser auf solche Hitzewellen vorbereitet? Geht es nach der Userin «Commentatrice Creativa», ist die Antwort klar: «Keine Nation ist auf so starke Wellen vorbereitet.»