In Europa zeichnet sich ein neuer Trend ab, der die Ferien verändern könnte: Laut einer Studie von Mastercard in Zusammenarbeit mit einem Forschungsinstitut bei über 27'000 Feriengästen in 28 europäischen Ländern zeigt: der «Skilliday» ist auf dem Vormarsch.
Die englische Wortschöpfung aus «skill» (Kompetenz) und «holiday» (Ferien) bezeichnet einen Urlaub, bei dem das Lernen im Zentrum steht.
Für dieses Jahr planen das laut der Umfrage 48 Prozent der Europäer. Am grössten ist das Interesse bei den Menschen aus der Generation Z, den etwa 16- bis 30-Jährigen.
39 Prozent der Schweizerinnen haben dieses Jahr bereits eine Reise gebucht, die speziell dem Lernen gewidmet ist – eine Zahl, die leicht über dem europäischen Durchschnitt (37 Prozent) liegt.
Neue Perspektiven für Tourismusfachleute
Fast die Hälfte (47 Prozent) der befragten Schweizer Feriengäste gibt an, dass ihre Reisen mehr Sinn ergeben, wenn sie etwas Neues lernen. Und gut 40 Prozent der Schweizer Feriengäste sind auch bereit, mehr dafür zu bezahlen, insbesondere wenn die Anbieter lokal sind und authentische Erfahrungen anbieten.
Dieser Trend eröffnet neue Einnahmeperspektiven für kleine und mittlere Unternehmen im Schweizer und europäischen Tourismussektor. «Diese Art von Reisen zieht die Reisenden weg von stark frequentierten Reisezielen hin zu kleinen Städten, ländlichen Gebieten und ruhigeren Jahreszeiten, was dazu beiträgt, die Auswirkungen des Tourismus gerechter zu verteilen», heisst es in der Medienmitteilung zur Studie.
Gastronomie an erster Stelle
Unter den beliebtesten Skills, die man sich in den Ferien aneignen möchte, sind für die Schweizerinnen und Schweizer gastronomische Fähigkeiten: Fast 27 Prozent der Befragten möchten lernen, lokale Produkte wie Wein, Käse oder Bier herzustellen, und 26 Prozent wollen an Kochworkshops teilnehmen.
In anderen europäischen Ländern stehen Sprachkurse an erster Stelle, wobei 30 Prozent hoffen, genug zu lernen, um sich mit den Einheimischen unterhalten zu können. 18 Prozent möchten etwas darüber lernen, wie man in der freien Natur überlebt. 14 Prozent mögen es traditionell und möchten alte Handwerkstechniken erlernen.
Interesse an neuen Reisezielen
Bei den Reisezielen bleiben die Schweizer den klassischen mediterranen Destinationen treu, aber mit regionalen Unterschieden.
Laut einer Analyse des Reisekonzerns Dertour Suisse steht bei den Deutschschweizerinnen Spanien auf Platz eins, bei den Romands ist es Griechenland.
Die beliebtesten Langstreckenziele sind bei den Deutschschweizern dieses Jahr Kanada, bei den Westschweizern Tansania. Das hat auch mit dem anhaltenden Krieg im Nahen Osten zu tun.
Verändert haben sich die Budgets: Die Schweizer geben leicht weniger für klassische Badeferien aus, dafür mehr für Individualreisen – ein Trend, der zum Aufkommen des «Skilliday» passt.