Die Blockade der Strasse von Hormus hat Lieferketten unterbrochen, der Transport rund eines Viertels des weltweit gehandelten Rohöls und Flüssiggases kam weitgehend zum Stillstand. In der Folge stiegen die Kraftstoffpreise drastisch.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor Folgewirkungen in allen Sektoren, darunter auch bei lebenswichtigen Medikamenten und anderen Gütern des täglichen Bedarfs.
In der Schweiz heisst es im jüngsten Bericht des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL), das die Versorgungslage bei lebenswichtigen Gütern wie Energie und Nahrungsmitteln überwacht, es drohten keine Versorgungsengpässe – mit Ausnahme von lebenswichtigen Arzneimitteln, Medizinprodukten und Hygieneartikeln.
Diese Produkte wurden im BWL-Bericht vom 15. April mit einem gelben Rahmen gekennzeichnet. Das signalisiert die «eingeschränkte» Verfügbarkeit einiger wichtiger pharmazeutischer Wirkstoffe, schreibt SWI swissinfo.ch.
Massnahmen gegen Medikamentemangel
Die Schweiz ist verpflichtet, ausreichend lebenswichtige Arzneimittel wie Krebsmedikamente, Schmerzmittel und Impfstoffe für fünf bis sechs Monate zu lagern. Seit 2015 müssen Händlerinnen und Händler zudem die Behörden über drohende Engpässe bei lebenswichtigen Medikamenten informieren, die 14 Tage oder länger andauern könnten.
Eine regelmässig aktualisierte Liste von Wirkstoffen legt fest, welche Medikamente als lebenswichtig gelten, darunter befinden sich auch Insulin und Blutverdünner.
Überarbeitetes Epidemiegesetz
Derzeit überarbeitet die Schweiz ihr Epidemiegesetz, das die Bevölkerung vor ansteckenden Krankheiten schützen soll. Ziel ist es, der Regierung mehr Handlungsspielraum zu geben.
Im Fall eines Mangels an medizinischer Ausrüstung könnte beispielsweise Bern eingreifen, anstatt sich wie bisher allein auf die Zusammenarbeit zwischen Privatwirtschaft und Kantonen zu verlassen.
Um den täglichen Engpässen bei lebenswichtigen Medikamenten entgegenzuwirken, hat die Schweiz bereits 2023 die Kostenerstattung für in Apotheken zubereitete Arzneimittel eingeführt, die Liste der lebensrettenden Medikamente erweitert und den Verkauf von Tabletten in Teilmengen genehmigt.
Zudem hat sie sich unter bestimmten Umständen bereit erklärt, auf die üblichen regelmässigen Preisreduzierungen für lebenswichtige Medikamente zu verzichten, die der Senkung der Gesundheitskosten dienen. Arzneimittelherstellern soll so ein Anreiz gegeben werden, diese Medikamente auf dem Markt verfügbar zu halten.
Nach zweijähriger Forschung legte die Regierung dem Parlament im vergangenen März einen Vorschlag vor: Kurzfristig sollen Importe aus der Europäischen Union vereinfacht und die in der Schweiz vorgeschriebenen mehrsprachigen Beipackzettel in Medikamentenpackungen durch QR-Codes ersetzt werden, um den Zugang zu in der EU zugelassenen Produkten zu erleichtern.
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Bis Ende 2026 wird die Schweiz damit beginnen, alle im Land zugelassenen Arzneimittel in verschiedene Kategorien einzuteilen – und nicht mehr nur die unentbehrlichen –, um deren Verwendung festzulegen und ihre Verfügbarkeit zu verfolgen. Bis dahin bleibt Drugshortage.ch die einzige Plattform, die alle Arzneimittelengpässe erfasst.