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Windkraft voraus Wie eine Riesin von 17 Tonnen und 57 Metern den Jura erreicht

Ein aussergewöhnlicher Konvoi ist derzeit auf den Waadtländer Strassen unterwegs: 18 Rotorblätter werden einzeln für sechs neue Windräder quer durch Europa in die Schweiz geliefert. Eine heikle Operation, die im Schneckentempo abläuft.

Das vor fast 20 Jahren entstandene Projekt des Windparks Sur Grati im Waadtländer Jura geht in die heisse Phase über: Seit Anfang Mai trifft ein- bis zweimal pro Woche ein Windradflügel in der Gemeinde Vallorbe ein. In Portugal hergestellt, werden diese riesigen Teile zunächst per Schiff nach Deutschland und dann über den Rhein nach Basel transportiert, bevor sie einzeln mitten in der Nacht per Lastwagen in den Kanton Waadt gelangen.

Starke Steigung und enge Kurven

Um Sur Grati zu erreichen – der zweite Windpark im Waadtländer Jura, der sich zwischen Vaulion, Premier und Vallorbe erstreckt – gibt es für einen solchen Konvoi keine andere Wahl, als die kurvenreiche Strecke auf den Col du Mont d'Orzeires zu bewältigen.

Es ist eine heikle Operation durch die ausgedehnten Fichtenwälder, die im Schneckentempo durchgeführt wird: durchschnittlich 3 km/h, was eine Fahrtzeit von etwa zehn Stunden erfordert.

«Es ist eine grosse logistische Herausforderung», bestätigt Frédéric Marilley, Projektleiter des Unternehmens Emil Egger. «Etwa fünfzig Personen sind fast ständig im Einsatz, um diese Transporte vom Hafen Basel bis hierher zu gewährleisten.»

«Man fühlt sich so klein!»

Entlang der Strasse sind zahlreiche Schaulustige, die das Manöver beobachten. «Wenn man sie haarscharf an den Häusern vorbeifahren sieht und sie es schaffen, das Windrad zu drehen… ich finde das ziemlich unglaublich», lobt eine Einwohnerin von Vallorbe. «Ich stehe völlig sprachlos da», staunt eine Dame auf der Passhöhe des Col du Mont d'Orzeires. «Man fühlt sich so klein!»

Zusammen mit jenem von Sainte-Croix wird Sur Grati der zweite Waadtländer Windpark sein. Die Montage des ersten Windrads soll bis Ende August nächsten Jahres abgeschlossen sein. Wenn alles gut läuft, soll die für den Herbst nächsten Jahres geplante Inbetriebnahme der sechs neuen Windräder den Verbrauch von 11'000 Haushalten decken.

RTS, 12h45, 14.5.2026, 12:45 Uhr

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