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Halt im Glauben finden Religion als Zufluchtsort für Gläubige auch in Krisenzeiten

Besonders in schwierigen Momenten im Leben suchen Menschen Zuflucht in der Religion. Wenden sich in Krisenzeiten mehr Menschen der Religion zu?

Ein Augenschein an einem Ostergottesdienst zeigt, wie Menschen durchaus Halt im Glauben finden, obwohl die Zweifel am Glauben lauter werden. Die katholische Kirche in Affoltern am Albis ist bis auf den letzten Platz besetzt. Die Osterbotschaft soll ein Zeichen der Hoffnung sein, gerade in schwierigen Zeiten.

Gläubige am Ostergottesdienst

Astrid Schmid, Rentnerin aus Affoltern am Albis, erklärt, dass sie zeitweise an Gott zweifle. «Und doch, wenn ich wieder in der Kirche bin und in mich hineingehe, dann denke ich: ‹Nein. Es ist immer irgendwie weitergegangen›», sagt Schmid.

Siro Telli aus Dällikon (ZH) zweifelt nicht an Gott. «Gott weiss, dass er für uns das Gute macht, auch in schwierigen Zeiten», betont der Kochlehrling am Ostersonntag. Er sei sich sicher, dass es gut komme.

Zwei Priester, die Messe in Kirche feiern.
Legende: Luis Varandas hält am Ostersonntag einen Gottesdient in Affoltern am Albis. srf (Screenshot)

Für Martin Marty aus Obfelden ist klar, dass bei jeder Person Zweifel aufkommen. «Ich finde, dass es das Beste ist, woran wir uns festhalten können», sagt der Rentner.

Ursula Gut erklärt, dass sie am Glauben dranbleibe. «Ich versuche, den Heiligen Geist denen zu schicken, die es nötig haben – diesen Kriegstreibern», so die Rentnerin aus Affoltern am Albis.

Es gibt Situationen, in denen Menschen ins Zweifeln, ins Hadern kommen und sagen: ‹Gott, weshalb lässt du das zu?›
Autor: Luis Varandas Generalvikar Zürich und Glarus

In diesen Tagen kämen oft Menschen zu ihm, die haderten, sagt der Priester Luis Varandas. «Es gibt Situationen, in denen Menschen ins Zweifeln, ins Hadern kommen und sagen: ‹Gott, weshalb lässt du das zu?›», sagt Luis Varandas, Generalvikar Zürich und Glarus, gegenüber SRF.

Es sei das Verständnis vieler, dass der mächtige Gott, der König, alles bewerkstelligen könne, doch die Menschen seien frei. «Und in dieser Freiheit entscheiden sich viele Menschen für das Gute zum Wohl der Mitmenschen, aber andere Menschen auch für das Schlechte», erklärt Varandas.

Rückkehr zur Religion

Nicole Freudiger, SRF-Religionsexpertin, erklärt, dass sich in Krisenzeiten nicht unbedingt mehr Menschen der Kirche zuwenden. Doch dabei gebe es Unterschiede. «Menschen, die gläubig sind: ja, durchaus. Menschen, die nicht mit der Religion aufgewachsen sind: eher nein», sagt Freudiger.

Untersuchungen von Religionssoziologen zeigten, dass Menschen, die Religion nicht im eigenen Leben integriert haben, auch in Krisenzeiten nicht zur Religion zurückkehren.

Tagesschau, 05.04.2026, 19:30 Uhr

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