Terroranschläge in Paris: Das Protokoll zum Nachlesen

Die Anschläge von Paris vom letzten Freitag erschütterten die westliche Welt. Die Anschlagsserie an sechs Orten forderte bislang 132 Tote und rund 350 Verletzte. Präsident François Hollande sagte dem Terrorismus den Kampf an. Hier die Ereignisse der letzten Tage im Detail.

Liveticker: Anschlagsserie in Paris

Der Ticker ist abgeschlossen.
  • Eiffelturm ist wieder offen
  • Bundeshaus erstrahlte blau-weiss-rot
  • Hollande ruft im Kampf gegen Terror UNO-Sicherheitsrat an
  • Fünf der sieben getöteten Attentäter sind identifiziert, Fahndung nach zwei weiteren Verdächtigen in Gang
  • Mehrere Razzien und Verhaftungen in Frankreich und Belgien, Deutschland und Marokko
  • Gegen zwei Terrorverdächtige in Belgien hat die Staatsanwaltschaft Brüssel Haftbefehl erlassen
  • Die Zahl der Todesopfer ist auf mindestens 132 gestiegen
  • Paris will laut Diplomatenkreisen ein Hilfsgesuch an die EU stellen
  • Die französische Luftwaffe fliegt weitere Angriffe auf Rakka
  • 10 :18

    Mit diesem Eintrag schliessen wir diesen News-Ticker. Seit Freitag berichten wir live über die Terror-Anschläge in Paris und deren Folgen. Eine Zusammenfassung der letzten Ereignisse finden Sie hier. Wir halten Sie weiterhin informiert auf SRF News.

    Eiffelturm blau-weiss-rot erleuchtet. Bild in Lightbox öffnen.

    Bildlegende: Der Eiffelturm erstrahlte letzte Nacht in den Farben der Tricolore. Keystone

  • 10 :14

    Paris bittet Brüssel nun offiziell um Hilfe

    Die französische Regierung hat nun offiziell die EU um Unterstützung gebeten. Welche Art von Unterstützung sich Frankreich konkret vorstellt, ist nach Angaben aus EU-Kreisen vorerst unklar. Paris beruft hiermit auf Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrages.

  • 9 :39

    Sicherheitsvorkehrungen für Österreich – Schweiz in Wien

    Für das heutige Fussball-Länderspiel zwischen Österreich und der Schweiz in Wien gehen die Sicherheitsverantwortlichen nicht von einer Terror-Bedrohung aus. Dennoch werden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Beim Spiel selbst werden die beiden Mannschaften und das Schiedsrichterteam mit Trauerflor auflaufen, dazu wird es im Gedenken an die Opfer der Pariser Anschläge eine Schweigeminute geben. Auf den sonst üblichen Radetzkymarsch vor Spielbeginn wird verzichtet.

    Totale auf ein Stadion Bild in Lightbox öffnen.

    Bildlegende: Nach den Anschlägen in Paris werden die Vorkehrungen im Ernst-Happel-Stadion in Wien verstärkt. Keystone/Archiv

  • 8 :54

    Gefährdet der Terror den Rechtsstaat?

    Nach einem Terroranschlag wie jenen in Paris seien die Menschen eher bereit, ihre Freiheit für Prävention aufzugeben, sagt Francis Cheneval, Professor für politische Philosophie an der Uni Zürich. «Es kommt drauf an, ob die Gesetze einfach einen Freipass gegen Terror, sondern, ob es immer noch einen Rückgriff braucht auf einen Entscheid eines Richters.» Wenn das der Fall sei, sehe er nicht, dass der Rechtsstaat demontiert werde.

    Gefährdet der Terror den Rechtsstaat?

    5:40 min, aus SRF 4 News aktuell vom 17.11.2015

  • 8 :26

    Zahlreiche Polizeirazzien in Frankreich

    Die französische Polizei hat in der Nacht zum Dienstag 128 Razzien durchgeführt. Die Polizei komme bei ihren Ermittlungen gegen die Hintermänner der Pariser Anschläge rasch voran, sagt Innenminister Bernard Cazeneuve dem Radiosender «France Info». Details nennt er nicht.

  • 8 :15

    Der Terror forderte 2014 mehr als 30'000 Tote

    Die Zahl der durch Terroranschläge getöteten Menschen stieg 2014 um 80 Prozent. Dies zeigt der «Global Terrorism Index» des Instituts für Wirtschaft und Frieden in London. Die Hälfte der Opfer geht auf das Konto der Terrormilizen IS und Boko Haram. Mehr..

  • 7 :15

    Neue französische Luftangriffe auf IS-Stellungen in Rakka

    Die französische Luftwaffe hat in der Nacht neue Angriffe gegen die von der Extremistenmiliz IS kontrollierte syrische Stadt Rakka geflogen. Das teilt das französische Militärkommando mit. An dem Angriff waren Angaben eines Militärsprechers zufolge zehn Kampfjets beteiligt, die aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und aus Jordanien starteten.

  • 7 :09

    Terror von Paris auch auf zwei Gipfeln in Asien ein Thema

    Die Anschläge in Paris sind auch Thema zweier Gipfeltreffen in Asien. Die Bekämpfung des Terrorismus wird Thema am Mittwoch beginnenden Apec-Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation (Apec) sein. Dabei steht an diesem Treffen der Handel im Vordergrund. Auch der anschliessende Ostasiengipfel der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean mit US-Präsident Barack Obajma und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping beschäftigt sich mit den Ereignissen aus Paris.

    Ein Gebäude-Eingang in der Farben der Tricolore. Bild in Lightbox öffnen.

    Bildlegende: Solidarisch mit Frankreich ist das Pressezentrum des Apec-Gipfels in Manila in blau-weiss-rot erleuchtet. Keystone

  • 6 :55

    Geheimdienstaustauch zwischen Washington und Paris geplant

    Als Reaktion auf die Anschlagsserie in Paris sollen die Geheimdienste der USA und Frankreichs enger zusammenarbeiten. US-Verteidigungsminister Ashton Carter und Geheimdienst-Direktor James Clapper hätten entsprechende Anweisungen an die Streitkräfte erteilt, erklärter das Pentagon. Präsident Barack Obama hatte die Massnahmen beim G20-Gipcel in der Türkei in Aussicht gestellt.

    Ashton Carter von der Seite mit gestikulierenden Händen. Bild in Lightbox öffnen.

    Bildlegende: Verteidigungsminister Ashton Carter kündigt eine Zusammenarbeit des US-Geheimdienstes mit demjenigen aus Frankreich an. Keystone/Archiv

  • 5 :56

    US-Verteidigungsminister appelliert an Europa

    US-Verteidigungsminister Ashton Carter fordert die europäischen Verbündeten zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Terrormiliz IS auf. «Wir wollen mehr tun. Wir halten Ausschau nach jeder Gelegenheit, die wir kriegen können, um den IS anzugehen. Aber es ist für uns wichtig, dass auch andere mitmachen», sagte Carter auf einer Veranstaltung des «Wall Street Journal». Und weiter: «Ich hoffe, dass diese Tragödie den Effekt haben wird, andere wachzurütteln, so wie sie die Franzosen wachgerüttelt hat.»

    US-Verteidigungsminister Ashton Carter: «Es ist für uns wichtig, dass auch andere mitmachen.» Bild in Lightbox öffnen.

    Bildlegende: US-Verteidigungsminister Ashton Carter: «Es ist für uns wichtig, dass auch andere mitmachen.» Keystone

  • 2 :57

    Hilfsgesuch von Frankreich an EU erwartet

    Frankreich will nach den Anschlägen von Paris offiziell die Unterstützung der anderen EU-Staaten anfordern. Diplomaten bestätigten am Montag in Brüssel, dass Paris am heutigen Treffen der EU-Verteidigungsminister ein Hilfsgesuch präsentieren werde. Ob es sich um einen eher symbolischen Akt oder um konkrete Forderungen handelt, sei vorerst nicht klar. Offenbar will sich die französische Regierung auf Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrages berufen. Dort heisst es: «Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats schulden die anderen Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung (...)». Präsident Hollande hatte den Schritt gestern in seiner Rede vor dem Kongress in Versailles angekündigt.

  • 1 :26

    Länderspiel Belgien – Spanien abgesagt

    Belgiens Regierung hat am späten Montagabend das Länderspiel zwischen der belgischen Fußball-Nationalmannschaft und Europameister Spanien aus Sicherheitsgründen abgesagt. Das Spiel sollte heute um 20.45 Uhr im König-Baudouin-Stadion in Brüssel stattfinden. Belgien hatte gestern die Sicherheitsstufe von zwei auf drei erhöht. Einer der der aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek stammenden Täter von Paris wird nach wie vor in Belgien vermutet.

  • 0 :34

    Cameron will Geheimdienste aufstocken und Spezialkräfte stärken

    Der britische Premier David Cameron will nach den Anschlägen in Paris die Geheimdienste seines Landes um 15 Prozent und damit um rund 1900 Stellen aufstocken. Laut Cameron verhinderten die britischen Geheimdienste in Grossbritannien im letzten Jahr sieben Anschläge. Sie bräuchten aber mehr Ressourcen, um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Am jährlichen Bankett des Oberbürgermeisters in London enthüllte er zugleich Pläne, in den kommenden fünf Jahren zusätzliche zwei Milliarden Pfund in die Spezialkräfte zu investieren, unter anderem für Kommunikationstechnik, Waffen und Fahrzeuge.

    Premier David Cameron bekräftigt am jährlichen Lord Mayor's banquet den Kampf gegen Terrorismus. Bild in Lightbox öffnen.

    Bildlegende: Premier David Cameron bekräftigt am jährlichen Lord Mayor's banquet den Kampf gegen Terrorismus. Keystone

  • 22 :49

    Die Wall Street zeigt sich robust

    Die Anschläge von Paris haben auch an der Wall Street für keine grosse Unruhe gesorgt. Die Kursverluste beschränkten sich am Montag auf Luftfahrt- und Touristikaktien, während der Gesamtmarkt zulegte.

    Zu den Verlierern gehören unter anderem:

    • American Airlines (minus 1,4 Prozent)
    • United Continental (minus 1,2 Prozent)
    • Kreuzfahrtunternehmen Carnival (minus 1,5 Prozent)
    • Reiseportal Expedia (minus 2,1 Prozent)

    Aber: Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Zuwachs von 1,4 Prozent auf 17'483 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 1,5 Prozent auf 2053 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq stieg um 1,15 Prozent auf 4984 Stellen.

    Das Gebäude. Bild in Lightbox öffnen.

    Bildlegende: An der New Yorker Wall Street hängen die Fahnen auf Halbmast. Keystone

  • 21 :16

    US-Aussenminister Kerry trifft in Paris ein

    Drei Tage nach den Anschlägen von Paris ist US-Aussenminister John Kerry zu Gesprächen in der französischen Hauptstadt eingetroffen. Der Besuch solle die «starke Beziehung» der USA zu Frankreich unterstreichen, sagte Kerrys Sprecher John Kirby.
    Am Dienstag ist ein Treffen mit Frankreichs Staatschef François Hollande geplant. Hauptgesprächsthema dürfte der Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien sein.

    John Kerry Bild in Lightbox öffnen.

    Bildlegende: US-Aussenminister John Kerry zu Besuch in Paris. Keystone

  • 20 :52

    Schulterschluss der Geheimdienste

    Als Reaktion auf die Anschlagsserie in Paris sollen die Geheimdienste der USA und Frankreichs enger zusammenarbeiten. US-Verteidigungsminister
    Ashton Carter und Geheimdienst-Direktor James Clapper hätten
    entsprechende Anweisungen an die Streitkräfte erteilt, erklärte
    Carters Ministerium.

  • 20 :31

    Zerstörung des IS bietet keine Garantie

    Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, warnt Europas Regierungen vor einer Überreaktion. Europa müsse sich zunächst etwas besser schützen, ohne dabei unsere Werte zu verraten. Und vor allem ohne die Errungenschaften der Europäischen Union preiszugeben. Ischinger hält auch nichts davon, wenn nun Staatschefs den Terroristen den Krieg erklären: «Wir dürfen uns nicht als im Krieg befindlich erklären.» Ischinger plädiert auch dafür, den IS über einen militärischen Einsatz im Unklaren zu lassen. Die Zerstörung des so genannten Islamischen Staates sei zwar ein wichtiges Ziel, aber biete keine Garantie den Terrorismus zu beseitigen.

  • 20 :27

    Wer lebt in Molenbeek?

    «Der Stadtbezirk Molenbeek ist eine der ärmsten Gegenden Belgiens», sagt SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck. Ein grosser Teil der Bewohner seien muslimische Einwanderer. «Die Politiker haben in der Vergangenheit so gut wie überhaupt nichts unternommen, um diesen Menschen in der belgischen Gesellschaft irgendeine Perspektive zu bieten, sie von der Radikalisierung abzuhalten.

    «Gleichzeitig wurde in Molenbeek auch die Repression versäumt. Die Polizei kümmerte sich kaum um die Menschen dort. Es herrschte eine Kultur des Wegeschauens.» Ein solches Umfeld habe einen idealen Rückzugsraum für Terroristen geboten.

    Video «Problembezirk Molenbeek» abspielen

    Problembezirk Molenbeek

    1:00 min, vom 16.11.2015

  • 20 :25

    Attacken als Zeichen der Schwäche

    Ethan Bueno de Mesquitas ist Direktor des Centers für Policy Entrepreneurship in Chicago. In seinen Augen zeugen die Angriffe in Paris keineswegs von der Stärke des IS. Im Gegenteil, so Bueno de Mesquitas, der sich anlässlich der Konferenz «Economics of War and Peace» in Zürich befindet. Solch ein Vorgehen spreche für eine Organisation, die Schwierigkeiten hat, ihr Territorium auszuweiten.

    Video «Einschätzungen eines Wirtschaftsexperten» abspielen

    Einschätzungen (auf Englisch)

    1:05 min, vom 16.11.2015

  • 20 :12

    Kriegsherr im Spardruck

    Der ehemalige SRF-Auslandsredaktor Ruedi Mäder sieht in den von François Hollande präsentierten Massnahmen auch einen symbolischen Akt. Es gehe nun darum, Einigkeit zu demonstrieren und zusammenzustehen. Diese Botschaft habe Hollande recht gut rübergebracht. Der Präsident setze sich auch klar als Kriegsherr in Szene: «Er profiliert sich als entschlossener Politiker, der rasch reagieren kann.» Er sei aber auch in einem Dilemma: Zum einen wolle er nun die Zahl der Polizisten und Fahnder erhöhen, gleichzeitig müsse Frankreich aber auch sparen. Aber Hollande habe klar gemacht, dass Sicherheit Vorrang habe und er die Verantwortung für diese Entscheidung übernehme.