- Der offizielle Gedenkanlass auf dem Schuttkegel in Blatten ist zu Ende.
- «Vor einem Jahr stand die Schweiz still», sagte die Bundesrätin Karin Keller-Sutter in ihrer Rede vor den rund 500 Gästen.
- «Wir haben Hände und Füsse und einen Kopf zum Denken – und um uns viele Menschen, die uns helfen», sagte der Gemeindepräsident von Blatten, Matthias Bellwald.
Der Schuttkegel. Omnipräsent im Lötschental seit dem 28. Mai 2025. Mitten auf dem Schuttkegel stehen am Jahrestag zwei weisse Zelte, um den Gästen, die am Nachmittag am Gedenkanlass teilnehmen, Schatten zu spenden.
Der Bergsturz von Blatten am 28. Mai 2025
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Bild 1 von 8. Blatten ein Jahr nach der Katastrophe: Der gewaltige Schuttkegel prägt den Abschnitt des Lötschentals. In der Bildmitte ist die Notstrasse zu sehen, die sich die Einsatzkräfte durch die Geröllmassen gebahnt haben. (21.05.26). Bildquelle: KEYSTONE/Laurent Gillieron.
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Bild 2 von 8. Vor der Zerstörung bot sich ein völlig anderes Bild: So sah Blatten am 23. Mai 2025 aus – zu einem Zeitpunkt, als das Dorf bereits vollständig evakuiert war. Rund 300 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 3 von 8. Bereits einige Tage zuvor war es im Gebiet des Birchgletschers zu Felsabbrüchen gekommen. Ab dem 23. Mai verschärfte sich die Lage deutlich. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 4 von 8. Fünf Tage später walzte eine gewaltige Geröllmasse ins Tal und durch das Dorf – und riss dabei alles mit sich. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 5 von 8. Am Tag danach wurde das ganze Ausmass der Katastrophe sichtbar: Der Bergsturz zerstörte über 130 Häuser und forderte ein Menschenleben. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 6 von 8. Am 30. Mai 2025 machte sich auch Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter ein Bild der Verwüstung. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 7 von 8. Nach dem Bergsturz wurden sofort Rettungs- und Aufräumarbeiten eingeleitet. Die Schweizer Armee unterstützte die zivilen Behörden des Kantons Wallis vom 29. Mai bis zum 11. August 2025. Bildquelle: KEYSTONE/Alessandro della Valle.
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Bild 8 von 8. Trotz der Zerstörung gibt es Pläne für den Wiederaufbau. Bis 2029 soll ein «neues Blatten» entstehen, wobei erste Bewohner bereits 2026 in unzerstörte Häuser zurückkehren sollen. (Bild: 19.05.25). Bildquelle: KEYSTONE/Laurent Gillieron.
«Das war der Wunsch der Menschen von hier. Dass der Anlass an jenem Ort stattfindet, an dem sie lange Zeit gewohnt und gelebt haben», sagt Matthias Bellwald, Gemeindepräsident von Blatten. Deshalb hätten sie sich für den Schuttkegel entschieden.
«Es ist fast wie in einer Mondlandschaft hier», sagt die SRF-Reporterin Sabine Steiner. Viele Steine, viel Sand, viel Geröll. Dort, wo bis vor einem Jahr der Altar der Kirche gestanden hat, steht auf einem Betonsockel ein Holzkreuz. Aber auch Bagger und Container sind zu sehen: «Man sieht, dass hier gearbeitet wird.»
Für die Gedenkfeier haben sich rund 500 Menschen angemeldet. Darunter die rund 300 Einwohnerinnen und Einwohner von Blatten, die vor einem Jahr ihre Heimat verloren haben. Aber auch Behörden und zahlreiche Medienschaffende sind vor Ort.
Die Behörden legten bei der Organisation des Jahrestags Wert darauf, die Blattnerinnen und Blattner vor der Medienöffentlichkeit zu schützen. Deshalb findet nach dem offiziellen Gedenkanlass eine Gedenkmesse in einem kleineren Rahmen statt, bei der die Einheimischen unter sich sein können.
Dem Gemeindepräsidenten Matthias Bellwald ist es wichtig, dass die Menschen am Gedenkanlass Danke sagen können für die Hilfe, die sie bekommen haben. Und dass sie im zweiten Teil während der Gedenkmesse in sich gehen und sich mit dem Verlust vor Ort auseinandersetzen können.
«Bei mir brechen heute viele Erinnerungen auf», sagt Matthias Bellwald. Aber er sehe auch, wie viel in diesem Jahr bereits gemacht worden sei. «Neben der Erinnerung an das alte Blatten blicke ich deshalb auch optimistisch nach vorn.»
«Die Bilder haben sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt», sagte die Bundesrätin Karin Keller-Sutter in ihrer Rede. Und: «Was in Blatten geschah, war nicht einfach ein lokales Ereignis. Es war ein nationaler Moment. Ein Moment, der uns daran erinnert, wie verletzlich wir sind. Aber auch, wie stark wir sein können.»