- Ein Jahr nach dem Bergsturz von Blatten ist ein grosser Teil der Spendengelder eingesetzt worden.
- Verschiedene Hilfsorganisationen, der Bund sowie der Kanton Wallis haben nach dem Bergsturz insgesamt mehr als 40 Millionen Franken mobilisiert für die Menschen von Blatten.
- Der Gesamtschaden werde auf 255 Millionen Franken geschätzt, teilt der Schweizerische Versicherungsverband mit.
Die Hilfen flossen unter anderem in Nothilfe, Entschädigungen für zerstörte Besitztümer sowie Unterstützung für Unternehmen und Vereine, wie die beteiligten Hilfsorganisationen mitteilten.
Der Abbruch des Birchgletschers hatte am 28. Mai 2025 das Dorf fast vollständig zerstört. Mehr als 130 Häuser wurden verschüttet, ein Mensch kam ums Leben. Für die rund 300 Einwohnerinnen und Einwohner wurden danach schweizweit Millionenbeträge gesammelt.
Eine eigens eingesetzte Spendenkommission behandelte bislang 111 Gesuche und sprach Unterstützungen von knapp acht Millionen Franken aus. Unterstützt wurden etwa Ersatzbeschaffungen für Möbel und Kleidung, Einkommensausfälle oder Verluste von Fahrzeugen und landwirtschaftlichen Maschinen. Für verschüttetes Bauland wurden zudem vier Millionen Franken an Bundesmitteln eingesetzt. Weitere drei Millionen Franken aus kantonalen Mitteln sowie 500'000 Franken des Bundes flossen in die Bearbeitung der Gesuche.
Versicherte Schäden von 255 Millionen Franken
Die Katastrophe hat auch die Versicherungsindustrie vor grosse Herausforderungen gestellt. Der versicherte Gesamtschaden aus dem Felssturz in Blatten wird auf rund 255 Millionen Franken geschätzt. Davon entfallen rund 240 Millionen auf Schäden innerhalb des Elementarschadenpools, wie der veröffentlichte Jahresabschluss des Pools zeigt.
Insgesamt hätten 210 Millionen Franken Gebäudeschäden betroffen, 30 Millionen Hausrat und Fahrhabe. Zusätzliche 15 Millionen Franken würden auf versicherte Schäden ausserhalb des Schadenpools entfallen, etwa auf Betriebsunterbruch- und Motorfahrzeugkaskoschäden.
Die Privatversicherer hätten die Betroffenen in Blatten unbürokratisch und rasch unterstützt, schreibt der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) in einer Mitteilung. Bereits vier Monate nach dem Ereignis seien bei Totalschäden über 80 Prozent der Versicherungssummen für Gebäude und Hausrat ausbezahlt worden.
Auch hätten Versicherer, deren Schäden in Blatten im Verhältnis zu ihrem schweizweiten Marktanteil unterdurchschnittlich ausfielen, substanzielle Beiträge geleistet, so der SVV weiter. Diese Mittel seien an besonders betroffene Gesellschaften weitergeleitet worden.