Nach letztjährigem Hochwasser Berufsfischer fordern mehr Dreck im Bodensee

Das Hochwasser hätte gezeigt, dass kurzfristig mehr Phosphat im See die Fangerträge steigern würde.

Überschwemmung am Bodensee Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Hochwasser am Bodensee im letzten Jahr: Hier der Hafen von Gottlieben im Kanton Thurgau. Keystone

Letztes Jahr hat der Berufsfischer Reto Leuch mehr Felchen als in anderen Jahren im Bodensee gefangen. Er ist überzeugt, dass der Grund das Hochwasser war, denn durch das Hochwasser seien mehr Nährstoffe in den See gelangt. Es hätte deshalb mehr Fische im See gehabt und die Fangerträge der Fischer stiegen, so Leuch.

«  Wir Fischer sind die wenigen, die am Hochwasser Freude hatten. »

Reto Leuch
Berufsfischer am Bodensee

Und deshalb ist Reto Leuch überzeugt: Wenn man den Phosphatgehalt im Bodensee in den Sommermonaten leicht erhöhen würde, würde es wieder mehr Fische im See geben. Reto Leuch, der auch Präsident der Schweizer Berufsfischer ist, fordert ein Pilotprojekt, welches die Erhöhung des Phosphatgehaltes wissenschaftlich begleitet. Man könnte durch die Kläranlagen mehr Phosphate in den See lassen.

«  Wir wollen den See nicht künstlich düngen. »

Reto Leuch
Präsident der Schweizer Berufsfischer

Hoffnung setzten die Fischer auf einen Bericht des Bundesamtes für Umwelt, der die Wasserqualität mit den Anliegen der Fischer abwägt. Reto Leuch hat einen Entwurf dieses Berichtes gesehen und ist ernüchtert.

«  Der Bericht des Bundesamtes für Umwelt zeigt das Hauptproblem der Fischer zu wenig auf.  »

Reto Leuch
Präsident der Schweizer Berufsfischer

Das Bundesamt gewichte einmal mehr sauberes Wasser höher als die Anliegen der Fischer. Der fertige Bericht des Bundesamtes wird im Herbst erwartet.