Regionale Spezialitäten Ribelmais aus Mexiko und St. Galler Bratwurst aus Syrien

Auf ihre regionalen Spezialitäten ist die Ostschweiz stolz. Doch diese Produkte gibt es nur dank der Immigration von Rohstoffen vor Tausenden von Jahren aus Asien, Mexiko und dem Nahen Osten.

Maiskörner Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das St. Galler Rheintal hätte heute keinen Ribelmais, wäre der Mais im 17. Jahrhundert nicht aus Mexiko zu uns gekommen. Keystone

Zusatzinhalt überspringen

Frank Burose

Porträt Frank Burose

SRF / Rebecca Dütschler

Frank Burose ist gelernter Landwirt. Nach seinem Agrarwissenschaftsstudium arbeitete er als Doktorand und wissenschaflticher Mitarbeiter bei der Forschungsanstalt des Bundes Agroscope. Seit 2011 ist er Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks Ernährungswirtschaft in Weinfelden.

SRF News: Wie viel Thurgau steckt in Äpfeln, wie viel St. Gallen in der Olma-Bratwurst?

Frank Burose: Der Apfel kommt ursprünglich aus Asien, ist also keine Erfindung des Thurgaus. Und das Fleisch und die Viehzucht hatten ihren Ursprung vor 10'000 Jahren im fruchtbaren Halbmond, wo die heutigen Länder Israel, Syrien, Libanon und Irak sind – genauso wie der Ackerbau.

Wie entsteht ein regionales Produkt?

Die Produktinnovationen und letzten Prozessschritte sind dann in Europa entstanden. Die Leute haben vor Ort den Rohstoff genommen und ihn so verändert, dass sie damit je nach Klima arbeiten konnten. So gehören die heute bekannten Produkte schon zur Ostschweiz und darauf kann diese stolz sein.

Gibt es neue Innovationen in der Pipeline?

Nicht spezifisch in der Ostschweiz, aber man diskutiert schweizweit darüber, wieder Schnecken zu essen. Erste Produktionen gibt es. Auch wird bereits Schweizer Soja angepflanzt und werden Insekten gezüchtet. Zudem stehen Holz, Baumrinde oder Erde als Nahrungsquelle zur Diskussion.

Das Gespräch führte Rebecca Dütschler.