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1. SRG-Umfrage auf einen Blick Spannung bei «Keine 10-Mio-Schweiz» – Ja zum Zivildienstgesetz

Wäre bereits Ende April abgestimmt worden, käme es bei der Initiative «Keine 10-Mio-Schweiz» zu einer Pattsituation. Die Änderungen im Zivildienstgesetz wären angenommen worden. Die Meinungsbildung ist unterschiedlich weit fortgeschritten.

Am 14. Juni 2026 entscheidet das Schweizer Stimmvolk über zwei eidgenössische Vorlagen: Zum einen geht es um die Volksinitiative gegen eine 10-Millionen-Schweiz und zum anderen um die Änderungen beim Zivildienstgesetz.

Die Volksinitiative verlangt eine Begrenzung der Wohnbevölkerung auf maximal zehn Millionen. Die Behördenvorlage zum Zivildienstgesetz soll sicherstellen, dass der Zivildienst eine Ausnahme bleibt. Dagegen wurde das Referendum erhoben.

Initiative «Keine 10-Mio-Schweiz» auf Messers Schneide

Die Volksinitiative gegen eine 10-Millionen-Schweiz, die sogenannte Nachhaltigkeits­initiative, startet mit einem Patt in den Abstimmungskampf. Aktuell würden 47 Prozent der Stimmberechtigten die Vorlage annehmen. Das zeigt die 1. SRG-Umfrage im Auftrag des Forschungsinstitutes GFS Bern. Genau gleich viele würden sie hingegen ablehnen. Der Abstimmungskampf spielt sich vor allem zwischen den politischen Parteien ab: Während die Zustimmung im Umfeld der SVP sehr hoch ist und eine klare Mehrheit für die Initiative stimmen will, wird sie von den Anhängerinnen und Anhängern der linken Parteien deutlich abgelehnt. Weiter spielt das Vertrauen in den Bundesrat eine Rolle. Misstrauende unterstützen die Initiative deutlich häufiger. Ausserdem tendieren Männer eher zum Ja. Dies ist auch bei Personen im mittleren Alter so.

Anders als der übliche Verlauf bei Initiativen startet diese Initiative der SVP nicht mit einem Ja-Vorteil. Der Stand entspricht nur teilweise dem üblichen Muster bei Volksinitiativen. Dies dürfte vor allem daran liegen, dass Zuwanderung und Bevölkerungsentwicklung seit Jahren politisch präsent sind. Zudem «ist es kein Tabu mehr, kritisch zur Migration zu sein», betonte Politikwissenschafter Lukas Golder von GFS Bern.

Zivildienstgesetz knapp im Ja – acht Prozent Unentschlossene

Rund sieben Wochen vor dem Abstimmungssonntag hätten 52 Prozent der Stimmberechtigten die Änderungen des Zivildienstgesetzes angenommen; 40 Prozent lehnen die Vorlage ab. Aber: Acht Prozent sind noch unentschlossen, wie die 1. SRG-Umfrage zeigt. Auch hier sind die Konfliktmuster politisch geprägt. Sympathisantinnen und Sympathisanten der SP und der Grünen lehnen die Änderungen deutlich ab. Auf der Ja-Seite sind mehrheitlich SVP-, FDP-und Mitte-Anhängerinnen und -Anhänger. GLP-affine Stimmberechtigte lehnen die Vorlage hingegen eher ab.

Bemerkenswert ist, dass regierungskritische Personen die Vorlage stärker unterstützen als Personen, die der Regierung vertrauen. Dies widerspricht dem üblichen Muster für Behördenvorlagen. Der knappe Vorsprung des Ja-Lagers bietet weiterhin Spielraum für Kampagneneffekte. Zudem ist mit einer starken Polarisierung entlang der bereits gefestigten Positionen zu rechnen.

Die Eckwerte der SRG-Umfrage

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Die Umfrage zu den Abstimmungen vom 14. Juni 2026 ist im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut GFS Bern zwischen dem 20. April und dem 3. Mai 2026 durchgeführt worden. Insgesamt wurden die Antworten von 19'728 stimmberechtigten Teilnehmenden für die Auswertung berücksichtigt; 15'129 aus der Deutschschweiz, 4255 aus der französischen und 344 aus der italienischen Schweiz.

Der statistische Fehler beträgt ± 2.8 Prozentpunkte. Das heisst: Bei einem Ergebnis von 50 Prozent liegt der effektive Wert mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 47.2 und 52.8 Prozent. Dabei sind kleinere Abweichungen wahrscheinlicher, grössere unwahrscheinlicher.

Telefonische Befragung

Telefonisch befragt wurden 501 stimmberechtigte Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Die Interviews wurden per Festnetz und Handy durchgeführt. Diese Stichprobe ist sprachregional gewichtet und repräsentativ für die Schweizer Stimmberechtigten.

Online-Befragung

Zusätzlich konnten online bereinigte Angaben von 18'721 Personen und via Social Media 506 Personen verwendet werden. Die Teilnehmenden wurden dazu unter anderem über die Webportale der SRG rekrutiert.

Da sich die Teilnehmenden der Umfrage selber rekrutieren (sogenanntes Opt-in-Verfahren), ist die Zusammensetzung der Stichprobe nicht repräsentativ für die Grundgesamtheit. So nehmen zum Beispiel typischerweise mehr Männer als Frauen an politischen Umfragen teil. Diese Daten werden aber mittels Gewichtungen an die realen Verhältnisse der Stimmberechtigten angenähert. Es werden dabei räumliche (Wohnort), soziodemografische (Alter oder Geschlecht) und politische Gewichtungsfaktoren eingesetzt. Durch diese Gewichtung wird die Repräsentativität der Stichprobe optimiert. Ziel ist, auch die Stichprobengrösse in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz zu erhöhen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite von GFS Bern.

Abstimmungsdossier

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Legende: SRF

News und Hintergründe zu den Abstimmungen vom 14. Juni 2026.

SRF 4 News, 08.05.2026, 6 Uhr ; 

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