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Abstimmung Kanton St. Gallen Wie weiter mit dem Wirtschaftsgebiet «Wil West»?

Im zweiten Anlauf soll es klappen mit einem neuen Industriegebiet samt Autobahnanschluss. Abgestimmt wird am 8. März.

Darum geht es: Dort, wo heute Äcker und Wiesen das Bild prägen, soll ein neues Industriegebiet entstehen. «Wil West» ist ein gemeinsames Projekt der Kantone St. Gallen und Thurgau. Die Rede ist von bis zu 3000 neuen Arbeitsplätzen in den kommenden zwanzig bis dreissig Jahren. Auch ein neuer Autobahnanschluss ist geplant. Eine erste Vorlage hatten die St. Galler Stimmberechtigten vor vier Jahren abgelehnt.

Deshalb wird ein zweites Mal über «Wil West» abgestimmt: Im Herbst 2022 erlitt das Projekt «Wil West» überraschend Schiffbruch. Damals wurde über eine Vorfinanzierung von 35 Millionen abgestimmt. SVP, SP und Grüne brachten das Vorhaben damals zu Fall. Kritisiert wurden Landverlust und mangelnde Nachhaltigkeit. Die Vorlage wurde überarbeitet. Weniger versiegelte Böden, mehr Grünraum, nachhaltige Bauweise, weniger Autoverkehr und weniger Parkplätze. Der direkte Autobahnanschluss bleibt Teil des Projekts. Die Federführung hat neu der Kanton Thurgau.

Darüber stimmt St. Gallen nun ab: Es geht um den Verkauf von rund 125'000 Quadratmeter Land. Dieses liegt zwar grösstenteils auf Thurgauer Gebiet, ist aber im Besitz der St. Galler. Es gehörte einst zum Gutsbetrieb der Klinik Wil. Der Verkaufspreis beträgt etwas mehr als 20 Millionen Franken. In der Staatskasse soll am Ende gut die Hälfte davon bleiben. Rund 7.5 Millionen Franken will der Kanton St. Gallen für neue Ackerflächen ausgeben. Vom Preis abgezogen wird auch die Mehrwertsteuer von 2.4 Millionen Franken.

Das sagen die Befürworter: «Wil West» sei für die Zukunft der Ostschweiz wichtig, sagen die Regierungen von St. Gallen und Thurgau. Man könne so langfristig gegen die Agglomeration Zürich bestehen. Es würden attraktive Arbeitsplätze geschaffen, die einer Abwanderung von Fachkräften entgegenwirken. Ackerflächen würden überkompensiert. Der Landpreis von rund 20 Millionen wird als marktgerecht eingestuft. Hinter der Vorlage stehen FDP, SP und Mitte/EVP.

Luftbild von Stadt Wil, Münchwilen, Sirnach mit markiertem Gebiet.
Legende: Dem Vorhaben «Wil West» (Visualisierung) gehören rund 22 St. Galler und Thurgauer Gemeinden an. Sie versprechen sich wirtschaftlichen Aufschwung für die Region. Projekt Wil West

Das sagen die Gegner: SVP und Grüne stemmen sich gegen den Landverkauf. Sie prangern den Verlust von wertvollem Kulturland an. Für sie ist der Kaufpreis mit rund 20 Millionen Franken zu tief angesetzt. Befürchtet wird auch eine Zunahme des Verkehrs in der Region. Das Nein-Komitee der SVP spricht zudem von einer Missachtung eines Volksentscheids, weil das Projekt «Wil West» bereits einmal an der Urne gescheitert ist.

Darüber stimmt der Kanton St. Gallen auch ab

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Luftaufnahme einer Stadt am Seeufer mit Grünflächen.
Legende: Geplant ist der neue Anschluss im Gebiet Witen oberhalb von Rorschach. SRF/Mario Pavlik

Neuer Autobahnanschluss am Bodensee

Auch in der Region Rorschach geht es um einen Autobahnanschluss für die Region. Für rund 270 Millionen Franken sollen ein neuer Autobahnzubringer und die «Kantonsstrasse zum See» gebaut werden. Teil des Projekts ist auch ein rund 300 Meter langer Tunnel. Gegen das Vorhaben wurde das Referendum ergriffen. Die Befürworter (FDP, SVP, Mitte/EVP und GLP) erhoffen sich eine Verkehrsentlastung für die Region. Von einem überteuerten Projekt und Kulturlandverlust spricht die Gegnerschaft (Grüne, SP, VCS, WWF, Pro Natura).

Neubau Berufsschule Rapperswil-Jona

Im Süden der Stadt soll ein neues Berufs- und Weiterbildungszentrum gebaut werden. Abgestimmt wird über einen Kredit von 91 Millionen Franken. Heute ist die Berufsschule mit rund 1200 Lernenden auf verschiedene Standorte verteilt. Alle Parteien des Kantonsrats befürworten die Vorlage.

Abstimmungsdossier

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Grafik
Legende: SRF

News und Hintergründe zu den eidgenössischen Abstimmungen vom 8. März 2026.

Schweiz Aktuell, 10.2.2026, 19 Uhr ; 

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