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Linksgrüne Taktik hatte Erfolg Zürich wählt – so links wie noch nie

Raphael Golta dürfte neuer Stadtpräsident von Zürich werden. Zwar hat der SP-Stadtrat das absolute Mehr verpasst, aber der zweite Wahlgang wird zur Formsache. Denn: Der Konkurrent von der FDP, Përparim Avdili, hat es nicht in den Stadtrat geschafft. Zürich-Korrespondent Dominik Steiner ordnet die Wahl ein.

Dominik Steiner

SRF-Korrespondent Zürich

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Seit 2014 arbeitet Dominik Steiner für SRF, seit vier Jahren als Zürich-Korrespondent. Er studierte Soziologie, Politik- und Literaturwissenschaften an den Universitäten Zürich und Leipzig.

Ist diese Wahl ein Erfolg, auch wenn Golta in einen zweiten Wahlgang muss?

Es ist ein Erfolg, wenn auch kein Triumph. Die SP kann das Stadtpräsidium verteidigen, das sie seit 36 Jahren besetzt. Raphael Golta holte knapp 55’000 Stimmen und damit fast doppelt so viele wie sein engster Verfolger Përparim Avdili von der FDP.

Raphael Golta lächelt und hält einen Blumenstrauss.
Legende: Weil Raphael Golta das absolute Mehr als knapp verpasst, braucht es einen zweiten Wahlgang. Dieser gilt aber als Formsache. (08.03.2026) Keystone/Gaetan Bally

Warum ist der FDP-Kandidat Përparim Avdili gescheitert?

An seinem Einsatz lag es nicht. Er hat viel Geld in den Wahlkampf investiert und viel ausprobiert. So lancierte er etwa einen Rap-Song. Er hat die SP mit seiner frechen und erfrischenden Kampagne herausgefordert. Für das Scheitern gibt es zwei Gründe: Einerseits haben Kandidaten der FDP in der Stadt Zürich immer einen schweren Stand – mit rund 18 Prozent Stimmenanteil ist sie keine Grossmacht. Zweitens scheint Avdili mit Wurzeln in Nordmazedonien zu wenig Unterstützung von den bürgerlichen Partnern bekommen zu haben, namentlich von der SVP. Somit verliert der Zürcher Freisinn einen seiner zwei Sitze in der Zürcher Stadtregierung.

Lächelnder Avdili im blauen Anzug in einer Gruppe von Menschen.
Legende: Avdili investierte viel Geld in den Wahlkampf und setzte auch auf ungewöhnliche Mittel, etwa einen Rap-Song. (08.03.2026) Keystone/Gaetan Bally

Die Zürcher Stadtregierung ist nun so links wie noch nie. Wie ist es dazu gekommen?

Dass die SP ihre vier Sitze verteidigen kann, überrascht kaum. Seit Jahrzehnten schafft es jede Person, die auf dem offiziellen SP-Ticket landet, in die Stadtregierung. Auch der Erfolg von Balthasar Glättli kommt wenig überraschend. Als Nationalrat und ehemaliger Präsident der Grünen Schweiz ist er national bekannt. Das links-grüne Lager hat mit sieben Kandidierenden ein mutiges und kompetentes Angebot gemacht. Die Wählerbasis hat geschlossen abgestimmt, die Taktik ist aufgegangen.

Gruppe von Menschen mit blauen Blumengestecken in einem Raum.
Legende: Der neunköpfige Zürcher Stadtrat ist gewählt. Mit vier linken und drei grünen Stadtratsmitgliedern hat die grösste Schweizer Stadt nun eine so linke Regierung wie noch nie zuvor. (08.03.2026) Keystone/Gaetan Bally

Welche Rolle spielen FDP und GLP künftig noch im Stadtrat?

Ihr Einfluss dürfte begrenzt sein. Michael Baumer von der FDP und Andreas Hauri von der GLP schafften die Wiederwahl nur knapp. Baumer ist derzeit Vorsteher der Industriellen Betriebe, zuständig für den öffentlichen Verkehr und die Energieversorgung. Der neu gewählte Balthasar Glättli hat an diesem Departement bereits Interesse angemeldet. Es ist gut möglich, dass der links-grün dominierte Stadtrat der FDP dieses wegnehmen wird. Für die FDP und die GLP wird es also sehr schwierig in dieser Stadtregierung.

Was bedeuten diese Stadtratswahlen insgesamt für Zürich?

Zürich rückt politisch noch stärker nach links. Das Stadtpräsidium bleibt in SP-Hand und die Stadtregierung wird noch stärker links geprägt. Im Parlament verlieren die Grünen zwar gleich vier Sitze, jedoch gewinnt die SP vier dazu. Damit halten die drei linken Parteien SP, Grüne und Alternative Liste eine knappe Mehrheit: Mit 63 von 125 Sitzen, genau einem Sitz mehr als die übrigen Parteien. Damit kann die Linke weiter durchmarschieren, nun sogar mit einer zusätzlichen Vertretung in der Stadtregierung.

EVP verlangt Nachzählung

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Die EVP hat den Wiedereinzug ins Zürcher Stadtparlament äusserst knapp verpasst. Der Partei fehlten lediglich 26 Stimmen. Im Wahlkreis 12 scheiterte sie mit 4.95 Prozent knapp an der 5-Prozent-Hürde. Deshalb verlangt die EVP eine Nachzählung der Stimmen.

Der Ausgang könnte politische Folgen haben: Die hauchdünne links-grüne Mehrheit würde kippen, falls die EVP nach einer Nachzählung doch noch einen Sitz gewinnt und ins Parlament einzieht.

Abstimmungsdossier

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SRF 4 News, 09.03.2026, 8:17 Uhr ; 

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