Welche drei Initiativen kommen zur Abstimmung? Es geht um die Wohneigentumsinitiative, die Wohnungsinitiative und die Wohnschutzinitiative. Im Kanton Zürich mangelt es an Wohnraum, alle drei Initiativen wollen diese Situation verbessern.
Wie kann man die drei Initiativen am besten unterscheiden? Bei der Wohneigentumsinitiative geht es um Eigentumswohnungen, bei den anderen beiden um Mietwohnungen. Die eine verlangt, dass der Kanton selber gemeinnützige Wohnungen erstellt, die andere will Leerkündigungen verhindern.
Wie soll Wohneigentum gefördert werden? Die Wohneigentumsinitiative des Hauseigentümerverbands will, dass bei Bauprojekten, an denen Kanton oder Gemeinden beteiligt sind, gleich viel Wohneigentum wie Mietwohnungen entstehen muss. Die Eigentumswohnungen müsste die öffentliche Hand ohne Gewinn verkaufen. So sollen Mittelstandsfamilien die Möglichkeit bekommen, Wohnungen zu kaufen.
Wer ist dafür? Neben dem Hauseigentümerverband unterstützt die SVP die Initiative.
Wer ist dagegen? Die Parteien Mitte-links, aber auch die FDP sowie Parlament und Regierung lehnen die Initiative ab. Die 50-Prozent-Regelung sei zu starr. Zudem bliebe der Kauf einer Wohnung für Personen mit wenig Einkommen unerschwinglich. Die Wohnungsknappheit werde nicht behoben, lediglich Einzelne begünstigt.
Wie soll es mehr günstige Mietwohnungen geben? Die Wohnungsinitiative will, dass der Kanton eine öffentlich-rechtliche Anstalt gründet, die günstigen Wohnraum erstellt, unterhält und vermietet. Quasi eine kantonale Wohnbaugenossenschaft. Dafür sollen mindestens 500 Millionen Franken bereitgestellt werden. Weiter soll gemeinnütziger Wohnbau durch Darlehen, Bürgschaften oder Landabgaben im Baurecht gefördert werden.
Wer ist dafür? Die Wohnungsinitiative stammt aus der Feder der Grünen. Dahinter stehen auch die SP und die AL.
Wer ist dagegen? Mit GLP, Mitte, EVP, FDP und SVP hat sich die Mehrheit im Kantonsparlament dagegen ausgesprochen, ebenso der Regierungsrat. Der Kanton fördere heute schon gemeinnützigen Wohnungsbau und solle selbst nicht eingreifen. Denn dann könnten Bodenpreise und Mieten steigen. Private bauten effizienter und schneller als die öffentliche Hand. Die Gegner setzen auf den Gegenvorschlag.
Wie sollen Leerkündigungen verhindert werden? Die Wohnschutzinitiative will, dass Gemeinden für Abbrüche, Umbauten und Renovationen eine Bewilligung verlangen können. Sie sollen zudem die Mieten nach Ersatzneubauten, Umbauten und Renovierungen begrenzen können. So sollen Massenkündigungen verhindert und tiefe Mieten bewahrt werden.
Wer ist dafür? SP, Grüne und AL, lanciert hat die Initiative der Mieterinnen- und Mieterverband.
Wer ist dagegen? GLP, EVP, Mitte, FDP und SVP sprachen sich im Parlament gegen die Initiative aus, gleich wie die Regierung. Die Massnahmen würden den Wohnungsbau bremsen, zudem würden Besitzer auf nötige Renovationen verzichten. Die Gegnerinnen setzen auf den Gegenvorschlag.
Welche der drei Initiativen hat die grössten Chancen? Die Chancen aller Initiativen sind begrenzt, da die Mehrheit des Parlaments und die Regierung alle drei ablehnen. Besser sieht es bei den beiden Gegenvorschlägen zu den linken Initiativen aus. Diese könnten im bürgerlich geprägten Kanton Zürich eine Mehrheit finden.