Darum geht es: Derzeit ist die Luft mit sehr vielen Blütenpollen belastet – man sieht den gelben Staub überall auf Autos oder Gartenmöbeln. Vor allem die blühenden Birken und Eschen sorgen bei vielen Allergikern aktuell für Probleme. Denn gerade Birkenpollen sind besonders klein und dringen deshalb tief in die Atemwege ein. Linderung ist kaum in Sicht: Bereits hat die Saison der blühenden Gräser begonnen. Schlechte Aussichten also für Menschen, die umgangssprachlich unter «Heuschnupfen» leiden – denn drei Viertel aller Allergiepatientinnen und -patienten leiden vor allem unter Gräserpollen.
Ein besonderes Jahr 2026: «Die Pollenbelastung ist aktuell wirklich sehr hoch», sagt Karin Hartmann, stellvertretende Chefärztin Dermatologie und Leiterin der allergologischen Poliklinik der Uni Basel. Das habe mit dem trockenen und warmen Wetter zu tun. Und: Wegen der Klimaerwärmung und der wärmeren Winter fliegen die Pollen während eines immer längeren Zeitraums. «Es wird wärmer, dadurch verlängert sich die Pollensaison.» Das spüren auch die spezialisierten Ärzte und Kliniken. Sie berichten derzeit von besonders vielen Anfragen für Abklärungen wegen Heuschnupfens.
Das sind die Symptome: Bei einer Pollenallergie («Heuschnupfen») reagiert das Immunsystem auf die an sich harmlosen Eiweisse der herumfliegenden Pollen von blühenden Pflanzen. Und weil die unterschiedlichen Pflanzen unterschiedliche Pollen mit unterschiedlichen Eiweissen aufweisen, reagiert nicht jede Patientin oder jeder Patient auf die gleichen Pollen gleich stark. Mögliche Symptome einer allergischen Reaktion sind Niesattacken, laufende oder verstopfte Nase, gereizte Augen, Kribbeln im Rachen, in der Nase oder in den Ohren. Auf welche Pollen genau man allergisch reagiert, kann der Arzt durch Tests herausfinden. Dies ermöglicht dann eine spezifische Behandlung.
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Das kann man tun: Um möglichst wenig mit Pollen in Berührung zu kommen, sollten sich Allergikerinnen und Allergiker derzeit möglichst wenig draussen aufhalten. Auch wird empfohlen, eine Sonnenbrille zu tragen und bei starker Allergie womöglich auch eine Gesichtsmaske. Vor dem Schlafengehen kann man mit einer Dusche die Pollen in den Haaren auswaschen. Nachts sollte man die am Tag getragenen Kleider nicht im Schlafzimmer deponieren und das Fenster geschlossen halten. Zudem empfiehlt Dr. Karin Hartmann allenfalls die Anwendung von Augentropfen, Nasensprays oder die Einnahme von Antihistaminika. In diesem Bereich gibt es rezeptfreie Medikamente in der Apotheke, wo man auch von der Apothekerin oder dem Apotheker entsprechend beraten wird. Bei starker allergischer Reaktion sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Informationen zur Pollensituation: Die aktuelle Situation der Pollenbelastung kann auf diversen Webseiten mitverfolgt werden – bei SRFmeteo oder noch detaillierter etwa beim Allergiezentrum Schweiz. Fachleute empfehlen, das persönliche Verhalten entsprechend anzupassen, wenn besonders viele Pollen fliegen, auf die man allergisch reagiert. So kann man Aufenthalte im Freien womöglich besser planen oder reduzieren. Auch kann man dann das Lüften der Wohnung so gestalten, dass in Phasen hoher Pollenbelastung weniger gelüftet wird – und man stattdessen womöglich regnerisches Wetter abwartet. Denn bei Regen werden die herumfliegenden Pollen aus der Luft gewaschen.