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Anklage gegen Ex-Grossrat «Hoch dosierte K.-o.-Mittel können jemanden ins Koma versetzen»

Dieser Fall machte am Montag Schlagzeilen: Die Aargauer Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen ehemaligen Politiker erhoben. Unter anderem soll er seine damalige Partnerin, deren minderjährige Tochter und eine weitere Person mehrfach betäubt und sexuell missbraucht haben.

Der Missbrauchsfall

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Ein ehemaliger Aargauer SVP-Grossrat soll lebenslang ins Gefängnis, verlangt die Staatsanwaltschaft. Sie wirft dem Mann unter anderem versuchten Mord, Vergewaltigung und sexuelle Handlungen mit Kindern vor – alles jeweils mehrfach.

Mit K.-o.-Tropfen soll der Mann seine Opfer bewusstlos gemacht und sich danach an ihnen vergangen haben.

Der heute 57-Jährige befindet sich seit Herbst 2023 in Untersuchungshaft. Es gilt die Unschuldsvermutung. Laut «Tagesanzeiger» bestreitet er einige Vorwürfe.

Die Opfer wurden teilweise Dutzende Male mit sogenannten K.-o.-Tropfen betäubt. Welche Wirkung haben solche Tropfen? Was für Langzeitschäden können sie verursachen? Götz Schlotterbeck hat Antworten auf solche Fragen. Er ist Abteilungsleiter am Institut für Rechtsmedizin an der Universität Basel.

Götz Schlotterbeck

Toxikologe

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Dr. Götz Schlotterbeck ist Abteilungsleiter Forensische Chemie und Toxikologie am Institut für Rechtsmedizin der Universität Basel.

SRF News: Wie hoch ist das gesundheitliche Risiko bei der Einnahme von K.-o.-Tropfen?

Götz Schlotterbeck: Bei K.-o.-Mitteln generell ist das Risiko sehr gross, die verlangsamte Atmung kann bis zur Bewusstlosigkeit oder zum komatösen Zustand führen, in Abhängigkeit von der Menge, die man verabreicht. Zusätzlich muss man jeweils auch die Abhängigkeit der Wechselwirkung mit anderen aufgenommenen Substanzen beachten, welche ein grosses Risiko darstellt. Insbesondere, wenn mehrere sedierende Substanzen verabreicht werden, ist das Risiko für Atemdepression, also, dass die Atmung nicht mehr gut funktioniert, signifikant.

Können K.-o.-Mittel tödlich sein?

Dies hängt immer von der Dosierung ab. Wenn man sie aber hoch dosiert, beispielsweise bei GHB, dann kann diese Bewusstlosigkeit einen Menschen ins Koma versetzen. Dies stellt immer ein Risiko dar, wenn es nicht medizinisch kontrolliert wird, da es zu einem Atemstillstand und demzufolge zu einem lebensbedrohlichen Zustand kommen kann.

Generell haben alle diese Substanzen, weil sie auf das zentrale Nervensystem wirken, das Potenzial, auch zu einer Abhängigkeit zu führen.

Welche Langzeitfolgen können durch K.-o.-Mittel entstehen?

Die Langzeitfolgen hängen davon ab, wie lange und wie oft solche Mittel verabreicht werden. Generell haben alle diese Substanzen, weil sie auf das zentrale Nervensystem wirken, das Potenzial, auch zu einer Abhängigkeit zu führen. Und wenn sie abgesetzt werden, kann es zu Entzugssymptomen kommen. Die akuten kurzfristigen Wirkungen, nachdem man solchen Substanzen ausgesetzt ist, sind – abhängig von den Substanzen – Übelkeit, Erbrechen, starke Kopfschmerzen. Die langfristigen Gesundheitsschäden hängen stark von der jeweiligen Substanz ab, die verabreicht wurde.

Im betreffenden Fall war den Opfern nicht bewusst, dass ihnen solche Substanzen verabreicht worden sind. Was treten für Symptome auf?

Gerade wenn eine Abhängigkeit durch regelmässige Aufnahme von solchen Substanzen induziert wird, kann das zu Entzugssymptomen führen, die, wenn man die Substanzen nicht mehr aufnimmt, mit den typischen Symptomen verbunden sind: Zittern, ein hochgehender Puls, Unruhe, Schlaflosigkeit, Ängste, Übelkeit, Erbrechen, oder auch Blutdruckprobleme. Hier ist jeweils eine Therapie notwendig, um diese Entzugssymptome zu reduzieren und von der Abhängigkeit wegzukommen.

Eine einmalige Gabe ist immer mit geringerem Risiko verbunden als eine häufigere Gabe.

Spielt es bezüglich Langzeitschäden eine Rolle, ob das Mittel einmalig verabreicht wurde oder mehrmals?

Es besteht durchaus ein Unterschied. Eine einmalige Gabe ist immer mit geringerem Risiko verbunden als eine häufigere Gabe. Je häufiger diese Substanzen verabreicht werden, desto mehr steigt natürlich auch das Risiko für gesundheitliche Schäden bei den betroffenen Personen.

Das Gespräch führte Olivia Folly.

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Regionaljournal Aargau, 22.7.2026, 12 Uhr ; 

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