Aufatmen in Winterthur: Das Buspersonal wird nicht einen vollen Tag in den Streik treten – mindestens bis am 2. April nicht. Das teilen die Stadt Winterthur und die Gewerkschaft VPOD in einer gemeinsamen Mitteilung mit.
Eine Delegation der Stadtbus-Geschäftsleitung habe sich mit einer Delegation des Fahrpersonals getroffen. Die Gespräche seien konstruktiv verlaufen und würden am 2. April in die nächste Runde gehen. Eine Einigung im Arbeitskonflikt konnte somit noch nicht gefunden werden.
Vierstündiger Streik brachte bislang nichts
Zwischen den beiden Parteien schwelt schon seit Längerem ein Konflikt um bessere Arbeitsbedingungen für das Fahrpersonal. Die Gewerkschaft VPOD kritisierte unter anderem, dass das Buspersonal teilweise kurzfristig Ersatzdienste leisten muss und zu tiefe Nachtzuschläge erhält.
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Bild 1 von 4. Anfang März haben die Angestellten von Stadtbus Winterthur für vier Stunden gestreikt. Bildquelle: Keystone / Michael Buholzer.
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Bild 2 von 4. Sie haben sich für bessere Arbeitsbedingungen eingesetzt. Bildquelle: Keystone / Michael Buholzer.
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Bild 3 von 4. Zwischenzeitlich stand sogar ein ganztägiger Streik zur Diskussion, um den Druck zu erhöhen. Bildquelle: Keystone / Michael Buholzer.
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Bild 4 von 4. Mindestens ein ganztägiger Streik scheint nun aber vom Tisch zu sein. Bildquelle: Keystone / Michael Buholzer.
Aus diesem Grund haben die Busfahrerinnen und Busfahrer Anfang März ihre Arbeit niedergelegt. Nur rund ein Drittel der 64 Busse waren an diesem Dienstag im morgendlichen Berufsverkehr im Einsatz. Die Hauptlinien wurden bedient, viele Verbindungen fielen aus und zwangen die Passagiere, zu Fuss oder mit dem Velo zur Arbeit zu gehen.
Die Aktion dauerte vier Stunden. Ein Busfahrer, der anonym bleiben wollte, rechtfertigte den Streik damals gegenüber SRF mit den Arbeitsbedingungen, die mittlerweile unhaltbar seien. «Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem es so nicht weitergeht.»
Gespräche blieben bislang ohne Erfolg, die Gewerkschaft drohte gar mit einem ganztägigen Streik. Nun ist aber ein weiterer Streik vorerst abgewendet.
Weitere Abklärungen und Verhandlungen
Es würden keine Kampfmassnahmen und damit auch kein weiterer Streik stattfinden, steht in der Mitteilung. Stattdessen würden nun in den nächsten Tagen mögliche Lösungsansätze genauer abgeklärt – etwa zu umstrittenen Themen wie den kurzfristigen Ersatzdiensten.
Weder Stadtbus Winterthur noch die Gewerkschaft VPOD wollen derzeit weitere Auskünfte zu den laufenden Verhandlungen erteilen.