- Hunderte Millionen Franken hat der Bund in den letzten Jahren in Microsoft-Lizenzen investiert.
- Nun plant er, vom US-Konzern unabhängiger zu werden. Das bestätigt die Bundeskanzlei gegenüber der «NZZ am Sonntag».
- Die Programme des US-Techriesen liessen sich Schweizer Behörden in den letzten zehn Jahren über eine Milliarde kosten.
Der Bund plant laut der «NZZ am Sonntag» eine allmähliche Abkehr von Microsoft-Produkten. «Die Bundesverwaltung strebt an, ihre Abhängigkeit von Microsoft schrittweise und langfristig zu reduzieren», bestätigte ein Sprecher der Bundeskanzlei der Zeitung.
Dies kommt überraschend, da erst kürzlich Microsoft 365 trotz Bedenken wegen der Datensicherheit an rund 54'000 Arbeitsplätzen eingeführt worden sei. Intern habe es zuvor Widerstände gegen Alternativen gegeben, die teils als «Bastelei» bezeichnet worden seien, schreibt die NZZ.
Deutschland als Referenz
Der frühere Armeechef Thomas Süssli habe jedoch gefordert, alternative Lösungen rascher zu prüfen. Eine Machbarkeitsstudie zeige nun, dass ein Ersatz durch Open-Source-Software möglich sei. Als Referenz gelte Deutschland, wo an einer unabhängigen Open-Source-Lösung gearbeitet werde, an der auch die Schweiz interessiert sei.
So hat das Bundesland Schleswig-Holstein seine Verwaltung bereits umgestellt. Die Open-Source-Software kann einerseits frei genutzt werden – und andererseits unabhängig von Konzernen weiterentwickelt werden.
Die Programme des US-Techriesen liessen sich Schweizer Behörden in den letzten Jahren einiges kosten: Eine SRF-Recherche zeigte im vergangenen Jahr, dass Bund und Kantone während der letzten zehn Jahre mehr als 1.1 Milliarden Franken für Microsoft-Lizenzen ausgegeben haben.