- Die Bauarbeiten für die neue Kantonsstrasse von Wiler nach Blatten haben begonnen.
- Bis spätestens Ende 2029 soll die Strasse vollständig in Betrieb genommen werden.
- Die Walliser Kantonsregierung hat dafür 29.7 Millionen Franken bewilligt.
Im März lag das Baugesuch für die neue Kantonsstrasse von Wiler nach Blatten auf, nun folgt am Dienstag der offizielle Spatenstich. «Der Spatenstich ist ein Signal, dass der Aufbau im vollen Gange ist – und Leben im Tal auch in Zukunft möglich ist», sagt der Walliser Staatsrat Franz Ruppen vor den Medien.
Beim Bergsturz vom 28. Mai 2025 wurden auch die Zufahrtswege im Lötschental stark beeinträchtigt. Deshalb leitete der Kanton Wallis noch im letzten Jahr Notmassnahmen ein: unter anderem mit einer provisorischen Strasse auf der Strecke Netzbord – Weissenried – Blatten.
Da diese Notstrasse erhöht liegt und gegenüber Naturgefahren exponiert ist, ist sie in den Wintermonaten nicht befahrbar. Deshalb will der Kanton mit der neuen Kantonsstrasse möglichst rasch einen dauerhaften Zugang zwischen Wiler und Blatten wiederherstellen, heisst es in der Medienmitteilung. Damit sollen Blatten und das hintere Lötschental wieder angeschlossen werden.
Die Strasse ist der Lebensnerv des Tals.
Um schneller bauen zu können, hat die Kantonsregierung die sogenannte Polizeiklausel aktiviert. Diese erlaubt es, die notwendigen Arbeiten von einer öffentlichen Auflage und vom öffentlichen Beschaffungsrecht auszunehmen.
«Die grösste Herausforderung war die Planung der Strasse in dieser kurzen Zeit», sagt Stephan Luggen von der kantonalen Dienststelle für Mobilität. Normalerweise dauere eine solche Planung mehrere Jahre.
Neue Kantonsstrasse führt über Schuttkegel
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Bild 1 von 2. Die Streckenlegung der neuen Kantonsstrasse wurde auf Grundlage der Gefahrenkarte gezeichnet. Bildquelle: zvg/Kanton Wallis.
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Bild 2 von 2. Um die neue Strasse vor Naturgefahren zu schützen, seien diverse Schutzbauten vorgesehen, so Staatsrat Franz Ruppen. Bildquelle: zvg/Kanton Wallis.
«Die Strasse ist der Lebensnerv des Tals», sagt Matthias Bellwald, Gemeindepräsident von Blatten. Wie angekündigt, können laut Bellwald Bewohnerinnen und Bewohner im Sommer in jene Häuser zurückkehren, die noch bewohnbar seien. Auch deshalb sei die Strasse wichtig.
Die 2.8 Kilometer lange Strasse führt teilweise über den Schuttkegel auf der linken Seite des Tals. Die Streckenlegung der neuen Strasse sei auf Grundlage der Gefahrenkarte festgelegt worden, heisst es weiter. Und es werde an mehreren Baustellen gleichzeitig gearbeitet, damit die Kantonsstrasse Ende 2029 vollständig in Betrieb genommen werden kann.
Leben soll möglich sein.
«Es werden viele Mittel für den Schutz vor Naturgefahren eingesetzt, unter anderem Schutzbauten», sagt Staatsrat Franz Ruppen. Einen grossen Teil zahle der Kanton. Auf die grundsätzliche Frage nach dem Stellenwert der Berggebiete habe er eine klare Antwort: «Leben soll möglich sein.»
Für den Bau der Strasse bewilligte die Walliser Kantonsregierung einen Verpflichtungskredit von 29.7 Millionen Franken. Gemäss dem Dekret zur Bewältigung der Folgen des Bergsturzes im Lötschental kann der Staatsrat über Ausgaben von bis zu 30 Millionen Franken selbst entscheiden.