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Berner Grossratswahlen SVP ist die grosse Siegerin – mit plus sieben Sitzen

Während SVP und SP gewinnen, verlieren EVP, Mitte und Grüne bei den Berner Grossratswahlen deutlich.

Das sind die Gewinner: Bei den Grossratswahlen im Kanton Bern gibt es eine grosse Gewinnerin, die SVP. Sie legt sieben Sitze zu und stellt neu 51 der insgesamt 160 Sitze. «Wir konnten davon profitieren, dass wir in den letzten Jahren im Grossen Rat eine klare bürgerliche Politik geführt haben», sagt SVP-Kantonalpräsident Manfred Bühler. Auch die SP als zweitstärkste Partei konnte zulegen. Neu hat sie 36 Sitze, das sind vier mehr als vor vier Jahren. «Für uns ist das ein Wahlerfolg, auch wenn die Grünen verloren haben», sagt die SP-Kantonalpräsidentin Manuela Kocher Hirt. Auf der Gewinnerseite ist auch die EDU mit plus zwei Sitzen. Gleich viel Sitze behält die FDP, sie hat nach wie vor 18 Sitze im Parlament.

Das sind die Verlierer: Am meisten Federn lassen musste die EVP: Sie verliert vier von neun Sitzen im Kantonsparlament. Für den Verlust der Sitze macht die EVP-Kantonalpräsidentin Barbara Stotzer-Wyss unter anderem das Wahlsystem verantwortlich: «Die Wahlen haben gezeigt: Das Wahlsystem kann extrem ungerecht sein.» Es gebe Parteien mit einem tieferen Wähleranteil, die mehr Sitze hätten. Auch die Mitte gehört mit minus drei Sitzen zu den Verlierern. Wie auch die Grünen mit minus zwei und die Grünliberalen mit minus einem Sitz.

Frau mit Brille und Blazer.
Legende: Ihre Partei musste am meisten Federn lassen: EVP-Kantonalpräsidentin Barbara Stotzer-Wyss. KEYSTONE/Anthony Anex

Das sagt der Politologe: «Im Grossen und Ganzen hat es nicht die eine grosse Verschiebung gegeben, dass ein Lager oder ein Block nun alleine entscheiden kann», so der Politologe Marc Bühlmann. Und das sei wichtig für eine Demokratie, dass immer wieder verschiedene Präferenzen miteinander Kompromisse finden müssen. Im Vergleich mit anderen Kantonen bestehe das Berner Kantonsparlament aus sehr vielen Parteien, das habe sich auch bei dieser Wahl nicht geändert. «Dass die EVP fast die Hälfte ihrer Sitze verloren hat, das ist eine Überraschung», so der Politologe.

Das sind die Neugewählten: Die ehemalige SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler ist neu im Kantonsparlament. Sie durfte bei den nationalen Wahlen 2023 wegen der parteiinternen Amtszeitbeschränkung von 16 Jahren nicht mehr antreten. Nun schafft sie den Sprung ins Kantonsparlament. Auch Lena Allenspach, die Co-Präsidentin der SP Stadt Bern, ist neu im Grossen Rat. Und auch die ehemalige Marathonläuferin und Rubiger Gemeinderätin Maja Neuenschwander (GLP) wurde neu gewählt.

Frau mit Blazer schaut auf das Handy.
Legende: Die ehemalige SVP-Grossrätin und nun parteilose Madeleine Amstutz ist nicht mehr im Kantonsparlament vertreten. KEYSTONE/Anthony Anex

Das sind die Abgewählten: Unter den nicht wiedergewählten Personen sticht insbesondere Stefan Berger (SP) heraus. Der Burgdorfer Stadtpräsident hat die Widerwahl verpasst, wie auch sein Burgdorfer Gemeinderatskollege Francesco Rappa (Mitte), der ehemalige Grossratspräsident. Ebenfalls nicht geschafft haben die Wahl Madeleine Amstutz, ehemals SVP, nun parteilos, sowie Tom Gerber (EVP). Beide haben auch für den Regierungsrat kandidiert. Insgesamt wurden 19 Grossrätinnen und Grossräte nicht wiedergewählt.

Alles zu den Wahlen im Kanton Bern 2026

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Wappen Kanton Bern als Wahlurne
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Am 29. März 2026 wählt der Kanton Bern seine Regierung und sein Parlament. Gewählt werden die sieben Mitglieder des Regierungsrates und die 160 Mitglieder des Grossen Rates. Hier finden Sie die Übersicht mit den Hintergründen und Einschätzungen zu den Berner Wahlen.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 29.3.2026, 21:03 Uhr ; 

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