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Bilanz erstes Quartal 2026 Weniger Waren ins Ausland: Schweizer Exporte fallen auf Tiefstand

  • Schweizer Exporte und Importe sinken im ersten Jahresquartal.
  • Besonders hart trifft es die Chemie- und Pharmaausfuhren sowie Ausfuhren in die USA.

Die Schweizer Exportwirtschaft ist schwach ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal sanken die Ausfuhren gegenüber dem Vorquartal um 4.2 Prozent auf 66.94 Milliarden Franken, wie das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) mitteilt. Es ist der tiefste Stand seit Herbst 2021. 

Im März zeigte sich zwar eine leichte Erholung. Die Exporte stiegen saisonbereinigt um 1.0 Prozent auf 22.36 Milliarden Franken, nachdem sie im Februar deutlich eingebrochen waren. Preisbereinigt ergibt sich jedoch weiterhin ein Rückgang: Real sanken die Ausfuhren im März um 3.4 Prozent.

Über das gesamte Quartal hinweg bleibt das Bild klar negativ. Acht der zehn wichtigsten Warengruppen verzeichneten sinkende Exporte. Besonders stark betroffen waren chemisch-pharmazeutische Produkte. Sie gingen um 8.1 Prozent zurück und trugen am meisten zum Gesamtrückgang bei. Die Branche verzeichnet damit bereits den vierten Rückgang in Folge.

Gegen den Trend entwickelten sich einzelne Sektoren: Die Uhrenexporte stiegen im ersten Quartal um 2.1 Prozent beziehungsweise 134 Millionen Franken. Auch die Fahrzeugexporte legten zu, um 1.2 Prozent, und erreichten mit 1.8 Milliarden Franken einen neuen Höchstwert.

Weniger Exporte nach Amerika 

Entscheidend ist dabei, wohin exportiert wird. Die Ausfuhren nach Nordamerika sanken um 14.4 Prozent, jene in die USA um 15.6 Prozent. Mit 9.8 Milliarden Franken ist das der tiefste Stand seit Ende 2020.

Nahaufnahme einer Uhr in behandschuhten Händen.
Legende: Die Uhrenexporte trotzen dem Abwärtssog. Keystone / Gaetan Bally

Auch die Exporte nach Asien nahmen ab, vor allem wegen geringerer Lieferungen nach China und Japan. Europa war die einzige grosse Absatzregion mit einem leichten Plus.

Importe aus Südkorea so hoch wie noch nie

Auch die Importe gingen im ersten Quartal zurück. Sie sanken um 4.7 Prozent auf 55.8 Milliarden Franken. Sechs von elf Warengruppen verzeichneten rückläufige Einfuhren, darunter vor allem chemisch-pharmazeutische Produkte, Bijouterie- und Juwelierwaren sowie Fahrzeuge.

Im März kam es jedoch zu einer deutlichen Gegenbewegung: Nach einem schwachen Februar stiegen die Importe um 10.1 Prozent auf 19.62 Milliarden Franken.

Regional fällt insbesondere Asien auf. Die Importe aus China und vor allem aus Südkorea nahmen zu. Die Einfuhren aus Südkorea wachsen seit mehreren Quartalen deutlich und legten in den letzten fünf Quartalen im Schnitt um 21.6 Prozent zu. Im ersten Quartal 2026 erreichten sie mit 1.1 Milliarden Franken einen Höchstwert.

Der Handel mit Russland bleibt dagegen gering. Im März importierte die Schweiz Waren im Wert von 4 Millionen Franken aus Russland, darunter kein Gold russischen Ursprungs. Die Exporte nach Russland beliefen sich auf 146 Millionen Franken, vor allem aus dem Bereich Chemie und Pharma.

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Tagesschau kompakt, 21.4.2026, 12:45 Uhr ; 

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