Marc Brodbeck steht auf seinem Weizenfeld oberhalb der Gemeinde Buus BL. Der Bauer macht sich Sorgen – nicht wegen der Situation in seinem Kanton oder seinem Land, sondern wegen jener im Iran.
«Alles steht und fällt mit dem Geld. Und es wird einem bewusst, wie stark man vom Konflikt im Iran abhängig ist», sagt er. Die Situation sei «gnadenlos».
Sorgen bereiten Brodbeck die Preise für Düngemittel. Diese sind stark gestiegen. «Den grössten Anstieg gab es im Februar, März und April», sagt er. «Die Preise waren um etwa einen Drittel höher als im vergangenen Jahr.»
Weil der wichtige Hormus-Kanal blockiert ist, kommen weder Düngemittel noch deren Bestandteile wie gewohnt auf den Weltmarkt. Gestiegen sind etwa die Preise für Erdgas, welches zur Herstellung von Kunstdünger benutzt wird.
Vorsorglich Dünger kaufen – nicht für alle möglich
Brodbeck ist mit seinen Sorgen nicht alleine. Der Präsident des Bauernverbandes beider Basel weiss, dass viele Bauernbetriebe am Kämpfen sind. All jene nämlich, die Ende 2025 nur wenig Kunstdünger im Voraus eingekauft haben. «Das belastet die Betriebe», sagt er, «das ist unschön».
Steigende Düngemittelpreise und die Auswirkungen davon beobachtet man auch beim Bund. Christian Hofer vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) sagt: «Dadurch werden die Produktionskosten der Landwirtschaft in die Höhe getrieben.» Und dies wiederum habe Einfluss auf die Preise für die Waren.
Zwar hätten viele Bauern auf den Dünger zurückgreifen können, den sie im vergangenen Jahr zum billigeren Preis erworben hätten – jedoch längst nicht alle.
Es sind nicht alle in der Lage, im Herbst vorsorglich Dünger kaufen zu können.
Einige Betriebe hätten nicht vorsorgen wollen, sagt Bauer Marc Brodbeck. Andere seien nicht in der Lage gewesen: «Nicht alle Betriebe können im Herbst vorsorglich Dünger kaufen.» Mit den schwankenden Preisen sei es zudem stets «ein Pokern», so Brodbeck weiter. Einen Poker, den viele Betriebe verloren haben, weil die Preise 2026 stark gestiegen sind.
Dünger-Knappheit in Zukunft?
Dennoch gibt Christian Hofer vom BLW Entwarnung: «Die Versorgung der Schweiz ist bis auf Weiteres gewährleistet.» Man redet nicht von einer Knappheit.» Dies, weil die Schweiz nur wenig Dünger direkt aus der vom Krieg betroffenen Region bezieht.
Dennoch ruft Hofer die Bauernbetriebe auf, nicht weiter zuzuwarten, sondern bald Dünger zu kaufen – auch wenn dieser derzeit besonders teuer ist. Würden alle Betriebe auf tiefere Preise spekulieren und dann im Herbst merken, dass die Preise nicht sinken, drohe tatsächlich Düngerknappheit. «Wenn alle gleichzeitig kaufen wollen, kann es logistische Probleme geben und der Dünger könnte doch noch zum Problem werden.»
Brodbeck beobachtet den Preis. Momentan gehe er weiterhin «obsi». Dennoch: Vermutlich werden viele Bauernbetriebe teuer einkaufen. Denn schlimmer als teuren Dünger zu kaufen, ist es, keinen Dünger zu bekommen.