- Am Wochenende hat es in bei Utzenstorf BE, an der Grenze zum Kanton Solothurn, mehrfach gebrannt.
- Die Berner Kantonspolizei spricht bei allen drei Bränden von Brandstiftung.
- Der Nachbarkanton Solothurn hat jüngst schon zwei Brandserien erlebt; die grenznahen Brände vom Wochenende wären die dritte Serie in Folge.
- Warum brennt es immer wieder? Eine Studie liefert einzelne Antworten.
Am Freitagmorgen brannte in Utzenstorf BE ein Holzschopf. Ein weiteres Feuer an einem Gebäude wurde durch eine Drittperson vorzeitig gelöscht. Am Freitagnachmittag brannte in Wiler bei Utzenstorf BE ein Einfamilienhaus. «Brandstiftung steht im Vordergrund», teilt die Berner Kantonspolizei mit.
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Bild 1 von 2. Am Freitagmorgen geriet in Utzenstorf ein Schopf in Vollbrand, ein zweites Feuer bei einem Mehrfamilienhaus konnte vorzeitig gelöscht werden. Bildquelle: Kantonspolizei Bern.
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Bild 2 von 2. Am selben Tag brannte in Utzenstorf BE ein Einfamilienhaus. Die Berner Polizei warnt, dass man Häuser und Wohnungen generell abschliessen soll. Auch Garagen, Velogaragen oder Waschräume seien zu schliessen. Bildquelle: Kantonspolizei Bern.
Der Brand wurde rasch gelöscht, aber eine Person musste leicht verletzt mit der Ambulanz ins Spital. Die Berner Gemeinden liegen an der Grenze zum Kanton Solothurn. Ob ein Zusammenhang zwischen den Bränden besteht, wird ermittelt.
Auch wenn die Brände auf Berner Kantonsgebiet gelegt wurden, verfolgt man das Geschehene im Nachbarkanton Solothurn aufmerksam. Hier hat man bereits Erfahrungen mit zwei Brandserien.
Zwei Brandserien im Kanton Solothurn
2022 sorgte der sogenannte «Feuerteufel» im Kanton Solothurn für Unruhe. Der heute 36-jährige Täter war Feuerwehrmann. Er wurde in erster und zweiter Instanz wegen zwölf Bränden zu elf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Noch beschäftigt das Urteil das Bundesgericht, weil er bestreitet, die Brände gelegt zu haben.
Gebrannt hat es damals im Solothurner Wasseramt. Diese Region befindet sich in der Nähe der aktuellen Berner Brände. Die Verunsicherung in der Bevölkerung war im Wasseramt damals gross.
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Bild 1 von 7. Die Brandserie im Wasseramt beginnt in der Nacht auf den 3. April – ein Vereinslokal brennt lichterloh: Das Feuer beschädigt das Clubhaus der Hornussergesellschaft Halten. (3. April 2022). Bildquelle: KAPO SO.
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Bild 2 von 7. Genau eine Woche später brennt in Halten in den Nachtstunden eine unbewohnte, landwirtschaftlich genutzte Liegenschaft: Drei Schafe sterben in den Flammen. (10. April 2022). Bildquelle: KAPO SO.
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Bild 3 von 7. Am Osterwochenende folgen in Kriegstetten zwei Brände. Ein Feuer zerstört eine Futter- und Lagerhalle. Es entsteht erneut ein Schaden von mehreren 100'000 Franken. (17. April 2022). Bildquelle: KAPO SO.
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Bild 4 von 7. Löscharbeiten in Kriegstetten. Die Ermittlungen der Kantonspolizei Solothurn laufen nach den mutmasslich vorsätzlich gelegten Bränden seit Anfang April auf Hochtouren. (17. April 2022) . Bildquelle: KAPO SO.
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Bild 5 von 7. Und schon wieder Feuer im Wasseramt: In Recherswil fängt die Fassade eines Waldhauses Feuer. Ein Zusammenhang mit der Brandserie in Halten und Kriegstetten wird geprüft. (22. April 2022). Bildquelle: KAPO SO.
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Bild 6 von 7. Auch im Mai wird die Bevölkerung nicht Bränden verschont: Ein Feuer zerstört die Waldhütte des Natur- und Vogelschutzvereins Halten. Der Brand ist im Bereich des angebauten Holzlagers und eines Geräteschuppens ausgebrochen. (8. Mai 2022). Bildquelle: KAPO SO.
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Bild 7 von 7. Nach dem Brand der Waldhütte des Natur- und Vogelschutzvereins sagt Bruno Gribi, Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn: «Wir hoffen, dass die Brandserie möglichst schnell gestoppt werden kann.» (8. Mai 2022) . Bildquelle: KAPO SO.
Anfang dieses Jahres hat ein anderer Solothurner Feuerwehrmann gestanden, 14 Brände gelegt zu haben. Der 24-jährige Schweizer wurde in acht Fällen verdächtigt. Dann fanden die Ermittler heraus, dass er für mindestens 14 Brandstiftungen verantwortlich sein soll, zwischen Februar 2024 und Januar 2026.
Brandserie 2024 bis 2026
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Bild 1 von 3. Am 15. Januar brannte in Bellach SO ein Holzschopf. Nach dem Brand wurde ein 24-jähriger Feuerwehrmann festgenommen. Bildquelle: Kantonspolizei Solothurn.
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Bild 2 von 3. Am 29. Dezember brannte es zum zweiten Mal auf dem sogenannten Delta-Areal in Langendorf SO. Bildquelle: Kantonspolizei Solothurn.
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Bild 3 von 3. Am 14. Dezember brannten drei Autos an drei verschiedenen Strassen in Langendorf SO. Die Polizei geht bei allen Bränden von Brandstiftung aus. Der Verdächtige habe gestanden, sagt die Staatsanwaltschaft. Über Motiv und Hintergründe ist aber noch nichts bekannt. Bildquelle: Kantonspolizei Solothurn.
Gebrannt haben Gebäude und Autos in Solothurn, Langendorf und Bellach. Der mutmassliche Brandstifter war nach dem Brand im Januar 2026 festgenommen worden. Ein Gerichtsprozess steht noch aus.
Wieso brennt es immer wieder?
Motive für Brandstiftung gebe es viele, sagte der forensische Psychiater Nikolaus Bausch im Januar gegenüber SRF. Er unterscheidet zwischen nachvollziehbaren Motiven, wie Wut, Rache, kriminelle oder politische Absichten, Aufmerksamkeitssuche oder Langeweile, und krankhaften Motiven, wie Suchtprobleme, Wahnzustände oder Pyromanie.
Studien zu Schweizer Brandserien gibt es kaum. Eine Masterarbeit der Universität Luzern hat 2013 die geografische Verhaltensanalyse zu Serienbrandstiftern in der deutschsprachigen Schweiz untersucht. Analysiert wurden 19 Brandserien in sieben Kantonen, in den Jahren 2003 bis 2013. Allerdings fehlen Daten aus den grossen Kantonen Zürich und Bern.
Die Studie hält fest, dass die Mehrheit der Täter (knapp 82 Prozent) für die Brandstiftungen weniger als fünf Kilometer zurückgelegt hatte. Und dass in 19 Prozent der Fälle ein Feuerwehrmann der Täter war.
Man solle aber nicht alle Feuerwehrleute unter Generalverdacht stellen, warnt die Studie. Und die Ermittlungen von Brandserien seien zeitintensiv und oft auch Glücksache.
«Aus den Auswertungsergebnissen der untersuchten Serienfälle geht hervor, dass Serienbrandstifter weder leicht typisierbar, noch in ihrem Wesen, ihrer Motivlage oder ihrem Verhalten leicht erfassbar sind. Schon gar nicht sind sie leicht durchschaubar.»