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Brütend heisse Städte Bis zu 43 Grad – Schweizer Städte sind gefordert

Der Sommer ist da – und mit ihm steigen die Temperaturen. Besonders in den Städten wird die Hitze schnell drückend. Oft ist es dort deutlich wärmer als im Umland. Materialien wie Beton, Glas oder Metall speichern Wärme und versiegelte Flächen heizen sich schnell auf. Das Problem ist längst bekannt – und wird durch den Klimawandel weiter verschärft. Auch Schweizer Städte sind gefordert. SRF-Wissenschaftsredaktor Christian von Burg erklärt, welche Massnahmen helfen können.

Christian von Burg

SRF-Wissenschaftsredaktor

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Der 1972 geborene Journalist arbeitet seit 2017 für die SRF-Wissenschaftsredaktion. Vorher war er Inlandredaktor bei Radio SRF und bei der Zeitung «Der Bund».

Was unternehmen Städte konkret gegen die Hitze?

Viele Städte arbeiten mit dem Konzept der sogenannten Schwammstadt. Man versucht, den Boden unter der Stadt als Schwamm zu nutzen, der Regenwasser aufsaugt und bei Bedarf wieder abgibt. Also konkret jetzt bei diesen hohen Temperaturen verdunstet ein Teil der Bodenfeuchte wieder und auch die Bäume, Büsche und das Gras ziehen Wasser und verdunsten es ebenfalls, was die Umgebung kühlt.

Damit das gut funktioniert, muss man mehr Flächen in der Stadt wieder entsiegeln, damit Wasser versickert. Man muss mehr Bäume pflanzen und Fassaden und Dächer begrünen. Andere Länder um uns herum sind da weiter. Aber die Schweizer Städte holen auf und fast alle haben unterdessen entsprechende Projekte.

Gibt es noch andere Konzepte?

Es braucht zum Beispiel Schneisen, welche die Durchlüftung der Städte ermöglichen. Es braucht kühle Orte für extreme Hitzeereignisse und entsprechende Dispositive für Altersheime und Spitäler. Das empfehlen viele Experten gerade eben wieder in einer Studie, die Schweizer Klimawissenschaftler in den letzten Wochen publiziert haben.

Wie viel lässt sich mit solchen Massnahmen erreichen?

Insbesondere der Schatten von Bäumen bringt nachweislich viel. Ungleich mehr übrigens als die Verdunstung bringt. Auch Sickergruben, offene Wasserflächen, Fassaden und Dachbegrünungen lohnen sich. Diese Dinge haben oft auch positive Nebenwirkungen für Tiere und Pflanzen in der Stadt. Zudem werden so die Kanalisationen und die Kläranlagen entlastet, die heute bei Starkregen teils überlaufen.

Trotz all dieser Vorteile darf man keine Wunder erwarten. Wenn es heute zum Beispiel in Basel 33 Grad warm ist. So lässt sich die Stadt mit viel Schatten und Grün nicht auf, sagen wir, 28 Grad herunterkühlen. Das ist unmöglich. Es geht vielmehr darum, Gegensteuer zu geben, damit sich die Städte möglichst nicht noch mehr aufheizen oder zumindest in der Nacht wieder besser auskühlen. Denn die Klimawissenschaftler sagen: Wir müssen noch mit deutlich höheren Temperaturen rechnen.

Worauf müssen sich die Städterinnen und Städter einstellen?

Die bisherigen Hitzerekorde liegen so zwischen 39.7 Grad in Genf und 36.5 Grad in Zürich. Doch die Forschungsgruppe um Erich Fischer von der ETH Zürich hat mit ihren Modellierungen gezeigt, dass wir schon heute bei einer Klimaerwärmung von plus 1.5 Grad mit Temperaturen von bis zu 43 Grad in unseren Städten rechnen müssen.

Was wir in den letzten Jahren erlebt haben, das ist sozusagen das neue Normal. Da gehört auch dazu, dass wir nicht nur im Hochsommer, sondern schon jetzt im Mai oder aber auch noch im September solche Hitzephasen haben können. Wenn sich die Welt noch stärker erhitzt, wir steuern derzeit auf plus 2.6 Grad zu –, dann kann man diese Hitze-Extreme für unsere Städte entsprechend noch weiter hochrechnen.

Echo der Zeit, 26.05.2026, 18 Uhr ; 

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