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Crans-Montana und die Folgen GDK-Präsident sieht Handlungsbedarf bei der Katastrophenvorsorge

Nach der Katastrophe in Crans-Montana stellt sich für den Präsidenten der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren, Lukas Engelberger, die Frage, ob es für die Bewältigung solcher Ereignisse mehr Mittel braucht.

«Wir müssen dieses tragische Ereignis zum Anlass nehmen, unsere eigene Planung zu überprüfen», sagt Lukas Engelberger, der seit bald sechs Jahren der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) vorsteht, in der «Samstagsrundschau» von SRF: «Wir müssen überlegen, ob man allenfalls Dinge anders machen kann und ob es eine Verstärkung braucht.»

In der verheerenden Silvesternacht hat die Erstversorgung der 116 zum Teil schwer verletzten Menschen gut funktioniert. Doch rasch hat sich herausgestellt, dass es in Schweizer Spitälern nicht genügend Plätze für Brandopfer gibt, die intensivste Betreuung benötigen. 46 Brandopfer haben deshalb ins Ausland gebracht werden müssen.

Schweiz ist auf Hilfe angewiesen

Eine so grosse Zahl von Schwerverletzten könne ein kleines Land wie die Schweiz «nicht selber stemmen», betont Engelberger, der Vorsteher des Gesundheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt ist: «So ehrlich muss man sein».

Mann mit Brille im Anzug vor weissem Hintergrund.
Legende: «Wir müssen dieses tragische Ereignis zum Anlass nehmen, unsere eigene Planung zu überprüfen», sagt Lukas Engelberger. Keystone/MICHAEL BUHOLZER (06.05.2022)

Aber man habe schon vor Crans-Montana erkannt, dass es tatsächlich zahlreiche Szenarien gebe, die das Gesundheitswesen auf besondere Arten fordern könnten. Der GDK-Präsident nennt als Beispiele Naturkatastrophen wie schwere Erdbeben oder eine erneute Pandemie. Deshalb werde im Rahmen des «Nationalen Verbunds Katastrophenmedizin» (Katamed) nun ein Aktionsplan ausgearbeitet.

Kritik von Fachleuten: «Unzureichende» Fähigkeiten

Katamed hatte im letzten August kritisiert, dass die Fähigkeiten des Schweizer Gesundheitswesens zur Bewältigung von Ausnahmesituationen «unzureichend» seien. «Es fehlt an Willen und Ressourcen, in diesen Bereich zu investieren», hielten die Katamed-Verantwortlichen in einem Bericht unmissverständlich fest.

GDK-Präsident Engelberger räumt ein, dass Handlungsbedarf bestehe. Gleichzeitig betont er aber, dass man auch «demütig» bleiben müsse. Es gebe Szenarien, wie ein schweres Erdbeben, die ohne internationale Solidarität schlicht nicht zu bewältigen seien: «Es würde derart viele Vorhalteleistungen verlangen, wenn man sich das Ziel setzen würde, alle Verletzten in der Schweiz behandeln zu können, dass man für sehr viel anderes keine Kapazität mehr hätte.»

Gleichzeitig weist Engelberger darauf hin, dass eine Verbesserung bei der Vorbereitung von Katastrophen hohe Kosten verursachen werde. «Das hat seinen Preis», stellt der GDK-Präsident fest.

Samstagsrundschau, 10.01.2026, 11:30 Uhr

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