Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Durstige Wildtiere Wasserschalen für Wildtiere: So helfen Sie richtig

Die Trockenheit und Hitze setzen Bächen, Böden und Wasserquellen zu. Die Folgen für die Tierwelt – und Tipps zum Helfen.

Wegen der Trockenheit und Hitze versiegen Bäche, Böden trocknen aus und natürliche Wasserquellen werden rar. Was heisst das für Wildtiere? Auf Social Media kursieren derzeit Bilder von Wasserschalen in Gärten und auf Balkonen.

Wie stark Wildtiere unter dem Wassermangel leiden, ist wissenschaftlich nicht belegt. Doch die Praxis liefert deutliche Hinweise, wie Katja Rauchenstein, Wildtierbiologin bei der Forschungs- und Beratungsgemeinschaft SWILD, erklärt: «Wenn man eine Wasserschale im Garten aufstellt, ist das wie ein Magnet für die Wildtiere.»

Mehrere Vögel baden in einer flachen Schale auf dem Boden im Freien.
Legende: Auch Vögel nehmen in Tiertränken gerne ein kühlendes Bad. IMAGO/Wolfram Weber

Aufnahmen von Fotofallen würden bestätigen, dass Igel, Füchse, Dachse und Vögel die Angebote rege nutzen. Für die Biologin ist das ein klares Indiz: «Das ist schon ein Hinweis darauf, dass die Tiere unter dem Wassermangel leiden.»

Für Igel ist die Lage dramatisch

Die anhaltende Trockenheit ist besonders für Igel gefährlich. Sie sind deutlich weniger mobil als viele andere Wildtiere und können nicht einfach weite Strecken zur nächsten Wasserquelle zurücklegen.

Die stachligen Vierbeiner sind deshalb darauf angewiesen, in den Gärten und Grünflächen ihres Quartiers Wasser zu finden. Besonders problematisch ist das in dicht bebauten Siedlungen, wo natürliche Wasserquellen fehlen.

Nahaufnahme eines Igels mit aufgestellten Stacheln.
Legende: Die langanhaltende Hitze und Trockenheit macht den Igeln zu schaffen. Keystone/Patrick Pleul

«Die Igel leiden stark unter der Trockenheit», bestätigt Annekäthi Frei, Tierärztin und Co-Geschäftsleiterin des Igelzentrums Zürich. Die Tiere haben einen vergleichsweise hohen Wasserbedarf. Fehlen Wasserquellen, kann es für Igel schnell lebensbedrohlich werden. Eine Wasserschale im Garten sei deshalb eine grosse Hilfe, so Frei.

Vögel sind mobil – doch die Hitze birgt andere Gefahren

Vögel sind von der Trockenheit weniger stark betroffen. «Wir gehen nicht davon aus, dass Vögel verdursten, denn sie können zur nächsten Wasserstelle fliegen», sagt Carine Hürbin von der Vogelwarte Sempach. Zudem passen Vögel ihr Verhalten an: Sie sind bei Hitze eher am frühen Morgen oder am Abend aktiv, suchen Schatten auf und baden häufiger.

Kleiner Vogel liegt auf einer Handfläche.
Legende: Viele Vogelstationen müssen sich derzeit um junge Mauersegler kümmern. Durch die extreme Hitze unter den Dachziegeln verlassen viele flugunfähige Jungvögel verfrüht ihr Nest. Keystone/Katrin Mädler

Gefährlich wird die Hitze allerdings für Jungvögel. Bei Mauerseglern beispielsweise können überhitzte Nester unter Dachziegeln dazu führen, dass die Jungen zu früh aus dem Nest springen – und ohne Hilfe nicht überleben.

So helfen Sie richtig: Tipps für die Wasserstelle

Wer den Tieren helfen will, sollte einige einfache Regeln beachten. Die Expertinnen raten:

  • Flache Schale: Verwenden Sie eine flache Schale (z.B. einen Blumentopf-Untersetzer), damit keine Tiere ertrinken können.
  • Ausstiegshilfe: Legen Sie einige Steine oder einen Ast in die Schale. So können Insekten und kleine Tiere leicht wieder herausklettern.
  • Hygiene ist entscheidend: Wechseln Sie das Wasser täglich und reinigen Sie die Schale regelmässig. So verhindern Sie die Verbreitung von Krankheitserregern.
  • Der richtige Standort: Platzieren Sie die Schale an einem schattigen, etwas geschützten Ort, damit sich die Tiere vor Fressfeinden sicher fühlen können.

Diskutieren Sie mit:

10 vor 10, 13.07.2026, 21:50 Uhr; noes

Meistgelesene Artikel