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Ein Abo für 100 Skigebiete Verkaufsrekord beim Magic Pass hat auch Schattenseiten

Im vergangenen Jahr hat der Magic Pass über 60 Prozent mehr Abonnemente verkauft. Was bei den einen für Jubel wegen steigender Gästezahlen sorgt, löst andernorts Frust über Blechlawinen aus.

Der Magic Pass, ein Abonnement für rund 100 Skigebiete in der Schweiz, war im letzten Jahr so gefragt wie noch nie: 321’400 Mal wurde die Karte bis Ende Februar verkauft, wie die Magic Mountains Cooperation am Dienstag an einer Medienkonferenz bekannt gab. Das sind 63 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz mit dem Magic Pass stieg sogar um über 70 Prozent auf gut 128 Millionen Franken.

Ein wichtiger Grund für den Erfolg ist die Ausbreitung des Abonnements in der Deutschschweiz. Vor neun Jahren wurde der Magic-Pass-Verbund in der Westschweiz gegründet. Mittlerweile sind auch viele Deutschschweizer Skiregionen wie Meiringen-Hasliberg, Melchsee-Frutt oder das Diemtigtal dabei und vermelden Rekord-Besucherzahlen.

Erfolg sorgt für Frust bei den Gästen

Neuerdings ist Skifahren mit dem Magic Pass zum Beispiel auch in der Berner Skiregion Gstaad möglich. In diesem Winter seien die Gästezahlen auch dank des neuen Angebots um ein Drittel gestiegen, sagt der CEO der Bergbahnen Gstaad, Matthias In-Albon: «Der Wechsel hat sich für unser Geschäft, aber auch für unsere Kundschaft gelohnt.»

Das sehen nicht alle so: In einem Artikel des «Berner Oberländers» beklagen sich Besuchende über Wartezeiten von 45 Minuten und mehr an den Skiliften. Und ein Bericht des «Walliser Boten» zeigte beim Gebiet Belalp, das seit diesem Winter ebenfalls zum Magic Pass gehört, hunderte Meter lange Staus vor dem Dorf Blatten bei Brig.

Menschenmenge in Skiausrüstung am Skilift in verschneiter Landschaft.
Legende: Der Magic Pass sorgt an schönen Tagen für einen grossen Ansturm in den Skigebieten. Hier ein Bild aus dem Skigebiet Les-Diablerets (VD). KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Der Kritik hält Matthias In-Albon von den Gstaader Bergbahnen entgegen, dass Wartezeiten an einem Spitzentag in einem Skigebiet normal seien. «Bei uns kam es diesen Winter nur an sechs Tagen vor, dass man an den Liften länger anstehen musste», sagt er. Allerdings handle es sich meistens nur um Wartezeiten von 10 bis 15 Minuten.

Für vereinzelte längere Wartezeiten seien technische Probleme am Lift verantwortlich, nicht die vielen Leute. Ausserdem weist In-Albon darauf hin, dass dank mehr Leuten auch die Geschäfte und Restaurants an den Pisten mehr Geld einnähmen.

Magic Pass expandiert weiter – allerdings langsamer

Für die Verantwortlichen des Magic Pass ist es keine Option, das Ganze wieder zurückzufahren. Auch im neuen Jahr schliessen sich weitere Gebiete dem Verbund an, etwa Klewenalp-Stockhütte (NW), Sattel-Hochstuckli (SZ) oder Valbrise (BE). Nach dem starken Wachstum des letzten Jahres geht es nun aber langsamer weiter. Ziel sei es, in diesem Jahr drei Prozent mehr Abonnemente zu verkaufen.

Magic Pass – von der Westschweiz in die Deutschschweiz

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Der Magic Pass entstand 2017 als gemeinsames Projekt von rund 30 Bergbahnen in den Kantonen Wallis, Freiburg, Jura und Waadt. Statt einzelne Saisonkarten pro Gebiet anzubieten, brachten sie ein Abonnement auf den Markt, das den Zugang zu allen beteiligten Skigebieten mit nur einer Karte ermöglichte.

Ziel war es, auf die stark rückläufigen Gästezahlen in den tiefergelegenen Skigebieten in den Voralpen zu reagieren und ein preislich konkurrenzfähiges Angebot zu schaffen. Mit der Zeit schlossen sich immer mehr Bergbahnen an, mittlerweile sind es über 100 – einige auch in Frankreich und Italien.

Der Magic Pass fürs neue Jahr ist seit dem 10. März ab Mittag im Vorverkauf erhältlich. Gültig ist das Abonnement jeweils vom 1. Mai bis am 30. April.

Ausserdem geht Magic Pass eine Zusammenarbeit mit Railaway und der Alliance Swisspass ein. Kundinnen und Kunden können den Pass ab dem 1. November während der Wintersaison für fünf Tagesfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln von ihrem Wohnort zum Skigebiet ihrer Wahl nutzen. «Wir wollen die Leute dazu animieren, mit dem ÖV ins Skigebiet zu kommen», sagt Magic-Pass-Direktor Sébastien Travelletti. Auch um Verkehrsprobleme wie in Blatten zu verhindern.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 10.3.2026, 12:03 Uhr ; 

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